Beleuchtungskonzept Selbecker Straße Straßenlampen: Dimmen oder Bewegungssteuerung?

Heiigenhaus · Eine bewegungsabhängige Steuerung der Beleuchtung ist aktuell Thema in Heiligenhaus. Das Problem laut Stadtverwaltung: Die angebotenen Sensoren arbeiten noch nicht zuverlässig.

Diese Lampen lassen sich nicht mit Sensoren ausstatten. Es müssten neue angeschafft werden.

Diese Lampen lassen sich nicht mit Sensoren ausstatten. Es müssten neue angeschafft werden.

Foto: Achim Blazy (abz)

Das Teilstück des Wirtschaftswegs Selbecker Straße zwischen Borkumstraße und Selbecker Straße wird als Schulweg aus Grün-Selbeck und gleichzeitig vom Pkw-Verkehr aus dem Gebiet in Richtung A 44. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2022 beschlossen, diesen Weg zu beleuchten.

Im Rahmen des Masterplans Licht und auch in der Diskussion der letzten Beleuchtungsmaßnahmen in Heiligenhaus ist neben der bereits umgesetzten zeitabhängigen Dimmung in Abhängigkeit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf den jeweiligen Straßen das Thema bewegungsabhängige Steuerung der Beleuchtung im Fokus. Allerdings erklärt die Verwaltung dass diese Steuerung mit den auf dem Markt angebotenen Sensoren noch nicht zuverlässig funktioniert. Das Problem: Die Sensoren müssen zum einen auch langsame Fußgänger, die am Wegesrand laufen und auch mal stehen bleiben, erkennen. Zum anderen sollen die Sensoren aber nicht durch Tiere ausgelöst werden, die über die Straße laufen oder im Bereich der Sensoren fliegen. Auch die Bewegung in Baumästen kann dazu führen, dass die Sensoren bei Wind dauernd auslösen. Ein Problem, das auch Hausbesitzer mit installierten Bewegungsmeldern kennen.

Es müsste also nach Umrüstung damit gerechnet werden, dass an den Sensoren mehrfach gearbeitet werden muss oder auch wieder auf nächtliches (gedimmtes) Dauerlicht gestellt werden muss, damit der Beleuchtungszweck erfüllt wird. Andererseits ist laut Stadtverwaltung damit zu rechnen, dass die Beleuchtung öfter angestellt wird, als es die Verkehrsbelastung der Straße erwarten lässt.

Weiterhin wird es nach Angaben der Stadt interessant zu sehen sein, ob das Vorschaltgerät durch die starke Steigerung der An- und Ausschaltvorgänge die vorgesehene Lebensdauer erreicht.

Stellt sich noch die Frage der Einsparung. Es handelt sich bei der aktuellen Beleuchtungsanlage um eine moderne LED Anlage mit sieben Leuchten. Die Leistungsaufnahme inklusive Vorschaltgerät liegt aufgrund der vorhandenen, abgestuften Dimmung schon jetzt bei lediglich 20,55 Watt pro Leuchte. Bei einer bewegungsabhängigen Steuerung sei die Abstufung steuerungsmäßig nicht mehr möglich, so dass die Beleuchtung auch am frühen Abend und am Morgen nur mit 35 Prozent Ihrer Leistung – also dunkler leuchten würde. Die Gesamtleistung inklusive Vorschaltgerät beträgt dadurch nur noch 15,75 Watt.

Die Anzahl der bewegungsabhängigen Brennstunden wird auf dem Wirtschaftsweg auf eine Stunde täglich geschätzt, also 365 Stunden pro Jahr gegenüber den ca. 4200 Brennstunden einer Standardleuchte pro Jahr. Damit könnte der Verbrauch pro Leuchte und Jahr um 80 kwh auf 6 kwh gesenkt werden.

Bei künftigen neuen Leuchten, die bereits über eine Aufnahme für den Sensor verfügen, liegen laut Stadt die Kosten für den hier angebotenen Sensor bei ca. 370 Euro brutto einschließlich Programmierung und Montage. Unter diesen Voraussetzungen würde sich die Investition in rund 13 Jahren amortisieren. Die Abschreibungsdauer für die Leuchten beträgt 20 Jahre. Die am Wirtschaftsweg verbauten Leuchten sind jedoch noch nicht für eine Sensoraufnahme vorbereitet, da es sich um Leuchten handelt, die bereits vorhanden waren. Also müssten auch die Leuchten getauscht werden. Pro Leuchte würden dann im Schnitt rund 1200 Euro brutto anfallen. Dadurch amortisiert sich die Maßnahme theoretisch erst nach 42 Jahren, also deutlich nach ihrer Lebensdauer. Praktisch sei daher keine Amortisierung der Investitionskosten zu erreichen. Aus rein wirtschaftlichen Erwägungen sei die Maßnahme nicht zielführend.

Aktuell könne sie nur als Test sinnvoll sein um Erfahrungen mit der Technik zu sammeln. Wenn die Beleuchtung tatsächlich überwiegend ausgeschaltet bleiben sollte und sich die geschätzte Brennzeit auf den frühen Abend beziehungsweise Morgen beschränkt, könne auch die Tierwelt durch die geringere Lichtverschmutzung profitieren.

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