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Heiligenhaus. Digitalisierung im Rathaus nimmt Fahrt auf

Themenpaket für Heiligenhaus : Mit Fahrplan: Digitalisierung im Rathaus

Unter anderem geht es um Zusammenarbeit mit den Städten Velbert und Wülfrath auf diesem weiten Feld. Der Hauptausschuss machte den Weg frei für ein Themenpaket. Es wird auch den neuen Rat beschäftigen.

Die neue Mikrofonanlage im großen Ratsaal hat noch so einige kleine Tücken. Wann und wo muss gedrückt werden? Wer kann wann sprechen? Doch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses hatten den Dreh nach einer kleinen Technikeinweisung der IT dann doch schnell raus – und fanden richtig Gefallen an der technischen Neuerung im großen Sitzungssaal des Rathauses: „So macht das Diskutieren richtig Spaß“, stellte FDP-Fraktionschef Volker Ebel fest.

Nicht die einzige Neuerung, die die politische Arbeit zukünftig prägen soll. Das Gremium tagte zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung und während die neu gewählten Entscheider schon in den Startlöchern stehen und im November ihre Arbeit aufnehmen, haben deren Vorgänger nun noch einmal den „nächsten Schritt ins 21. Jahrhundert“, wie Bürgermeister Michael Beck es nennt, vorangebracht:Die „möglichst papierlose Arbeit der politischen Gremien“.

Dies soll durch eine bereits eingeführte Softwarelösung geschehen. Die Verwaltung ist nun aufgerufen, weitere Schritte einzuleiten. Die letzte Entscheidung darüber soll allerdings der neu gewählte Rat treffen.

„Ziel der Verwaltung ist es, die bisherige Arbeit der Gremien, welche nur sehr rudimentär auf elektronischen Medien beruht und grundsätzlich mittels der Versendung gedruckter Ausschussunterlagen bewerkstelligt wird, hin zu einer zeitgemäßen und insbesondere für die Mandatsträger bequemere Arbeitsweise zu entwickeln“, heißt es dazu in der Vorlage. Allein die Vorlage, die jedem Mitglied des 18-köpfigen Gremiums am Mittwoch vorlag, hatte gut 350 Seiten. Insgesamt seien im Jahr 2019 für die Arbeit der politischen Gremien in Heiligenhaus mit 243.000 genutzten Blatt Papier „nennenswert Ressourcen verbraucht“ worden.

Kämmerer Björn Kerkmann hofft, zukünftig noch weiter Ressourcen einsparen zu können, denn die Unterlagen müssten bisher beispielsweise auch gedruckt und von Personal eingetütet werden. Die Stadtverwaltung hat für die Umsetzung bereits einen verbreiteten Anbieter ausgewählt, dessen Software mit dem Vorteil einer großen Standardisierung von Vorlagen aufwarte, aber auch unübliche Sachverhaltskonstellationen darstellen könne. Der Plan: „Die Verwaltung erstellt Vorlagen direkt im System und kann beispielsweise Lagepläne oder umfangreiche Tabellen medienbruchfrei beifügen. Ebenso erfolgt die gesamte Erstellung sämtlicher Sitzungsvorlagen innerhalb der Verwaltung mittels elektronischem Workflow papierlos.“ Drei der Mandatsträger arbeiteten am Mittwoch bereits mit einem Laptop. Zukünftig sollen alle auf die Dokumente im Web-Interface oder in einer entsprechenden App-Lösung für alle gängigen Betriebssysteme zugreifen können und dann auch eigene Vermerke, Kommentare oder Hervorhebungen vornehmen können. Für Kämmerer Kerkmann ist klar: „Wir werden auf jeden Fall umstellen“, ob die Verwaltung weiterhin zweigleisig fahren soll, bleibt zu diskutieren, ebenso die Frage, ob sie möglicherweise Leihgeräte für die Fraktionen stellt. Die Beschlussfassungen sollen dann auch für die Bürger einsehbar sein.Eine digitale Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten Velbert und Wülfrath wurde ebenfalls auf den Weg geschickt: Fördermaßnahmen für die interkommunale Zusammenarbeit sollen vor allem mit Blick auf den lokalen Einzelhandel erfolgen, der extrem gelitten habe, wie Kämmerer Kerkmann erklärt.