Heiligenhaus: Den Wahlabend verbrachten Bürger im Heiligenhauser Rathaus

Europawahl in Heiligenhaus : Herbe Verluste für CDU und SPD

Nur die Grünen hatten einen Grund zum Feiern. Der Bundestrend setzte sich in Heiligenhaus fort.

Das erste veröffentlichte Ergebnis aus dem ersten von 22 Heiligenhauser Wahlbezirken kam aus der Grundschule Regenbogen in Unterilp. Das ließ die SPD in Heiligenhaus noch hoffen, nicht dem bundesweiten Trend bei der Europawahl zu erliegen: Dort konnten sich die Sozialdemokraten noch deutlich vor der CDU und den Grünen positionieren, aber schnell wurde bei den weiteren Auszählungen deutlich: Auch in Heiligenhaus bleibt die CDU, trotz hoher Verluste stärkste Kraft.

Noch bis kurz vor der Auszählung des größten Wahlbezirkes, der Grundschule Adolf-Clarenbach in Isenbügel, sowie den drei Briefwahlbezirken lieferten sich SPD und Grüne aber noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die zweitstärkste Partei in der Stadt – das entschieden die Grünen letztlich als Überraschungssieger auch in Heiligenhaus für sich.

Andreas Perzynski und Kai Oschlies präsentierten im Rathaus erste Heiligenhauser Ergebnisse. Foto: Blazy, Achim (abz)

In drei Wahlbezirken in Heiligenhaus konnten die Grünen sogar die Mehrheit holen. „Wir sind sehr zufrieden. Das sieht gut aus“, sagte Grünen-Fraktionschefin Beate-Marion Hoffmann mit Blick auf den bundesweiten Trend und die Erfolge in Heiligenhaus.

Sie habe die Hoffnung, dass diese Richtung auch in Zukunft für die Grünen eingeschlagen wird, sagte sie. Mit unter zehn Prozent liegt die AFD in Heiligenhaus noch unter dem bundesweiten Trend, ist trotzdem aber viertstärkste Kraft und gehört mit Blick auf die Zahlen der Vorjahre zu den Aufholern.

Zu den großen Verlierern der Europawahl gehören aber auch in Heiligenhaus die klassischen Volksparteien. Das wird als deutliches Zeichen an die Parteien der großen Koalition gewertet. „Die Wahlergebnisse sind ein Grund für die Bundesparteien, sich Gedanken zu machen“, so Ralf Herre, CDU-Fraktionschef.

Und auch Ingmar Janssen für die SPD bekennt: „Die Schlüsse können wir nicht in Heiligenhaus ziehen, das müssen die Bundesparteien tun.“ Das Ergebnis sei aber, so fährt er fort, „ein konsequentes Resultat einer Großen Koalition“.

Insgesamt waren zu dieser Wahl 19.090 Heiligenhauser ab 18 Jahren wahlberechtigt. Mit einer Wahlbeteiligung von 61,12 Prozent haben 11.669 Wähler ihre Stimme abgegeben und damit kamen mehr Wähler an die Urne als noch 2014. „Wir können ganz klar einen Trend zur Briefwahl ausmachen“, sagte Bürgermeister Michael Beck. Bereits zur Halbzeit hatte man im Briefwahlbüro eine so hohe Wahlbeteiligung wie bei der vorherigen Wahl. Im großen Ratssaal veranstaltete die Stadtverwaltung die traditionelle Wahlparty, die – ebenso traditionell – von Reinhard Schulze Neuhoff moderiert wird und erstmals vom DRK bewirtet wurde.

Während langsam die Auszählungsergebnisse auf den Leinwänden erschienen, trudelten allerdings nur verhältnismäßig wenig Interessierte ein. Zu ihnen gehörten neben Parteiangehörigen auch der Jugendrat sowie eine der ältesten Wählerinnen in Heiligenhaus.

Der Tenor unter den Parteien jedoch ist angesichts der Wahlergebnisse deutlich: Die kommende Kommunalwahl wird auch in Heiligenhaus spannend – und könnte neue Akteure ins Rennen um den Stadtrat mit sich bringen.

Alle Wahlergebnisse unter www.kreis-mettmann.de.

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