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Heiligenhaus: Campussprecher moniert Professorenbesoldung

Hochschulen : Campussprecher moniert Professorenbesoldung

(sade) Markus Lemmen, der neue Sprecher des Campus Velbert/Heiligenhaus als Standort der Fachhochschule Bochum beklagt eine grundsätzliche Ungleichbehandlung von Fachhochschul-Professoren gegenüber Universitätsprofessoren.

Damit schließt er sich der Meinung des Hochschullehrerverbandes (HLB) an, der in Niedersachsen nun eine Musterklage anstrebt.

Dabei geht es um das sogenannte Lehrdeputat. Als Lehrdeputat wird die Verpflichtung von Universitäts- und Fachhochschullehrern sowie von wissenschaftlichen Mitarbeitern bezeichnet, Lehrveranstaltungen durchzuführen. Deren Umfang bemisst sich anhand von Semesterwochenstunden, kurz: SWS. Demnach hat eine Lehrkraft an einer deutschen Fachhochschule, mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt (16 SWS), ein Lehrdeputat von 18 Semesterwochenstunden, Lehrkräfte an einer Universität acht bis neun Semesterwochenstunden (In NRW sind es neun).

„Da herrscht ein großes Ungleichgewicht“, kritisiert Lemmen. Zwei Professoren an einer Fachhochschule leisten demnach so viel wie drei Kollegen an der Universität.“ Bisher seien Vorstöße durch den Hochschullehrerverband das zu ändern, „relativ erfolglos“ gewesen. „Die Politik ist da sehr inkonsequent und das ist schon sehr schade.“ Denn das damit einhergehende fehlende Budget wirke sich auf die Forschung und damit letzten Endes auf die akademische Leistung aus. „Mit so viel Beton an den Füßen bleiben weitere Ideen und damit weiteres Potential einfach auf der Strecke.“

So stünde Markus Lemmen als Professor für Regelungs- und Fahrzeugsystemtechnik eine grundlegendes Budget von 2500 Euro zur Verfügung. Damit müsse er unter anderem auch forschungs- und lehrrelevante Soft- und Hardware finanzieren.

Weitere Gelder aus Fördertöpfen könne man zwar anzapfen, aber hinter Anträgen und Ausformulierungen stünde auch wieder zeitlicher Aufwand. „Damit hätte ich nicht gerechnet, als ich aus der Wirtschaft am die Hochschule berufen wurde, denn dieses Ausmaß an Mangelverwaltung habe ich als Doktorand nicht erlebt. Auf meiner Wunschliste für mein neues Amt als Standortsprecher steht deswegen eine stärkere Gleichbehandlung.“