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Heiligenhaus: Campus und Kant-Gymnasium kooperieren

Heiligenhaus: Kooperation zwischen Campus und Kant-Gymnasium : Geht doch: Am Computer lernen in 3 D

Mehr Landes-Fördergeld macht Informatik für Fünftklässler möglich. Mit dem Campus-Schülerlabor geht das Kant-Gymnasium hier voran.

Siebtklässler Ben Lennard schaut konzentriert auf seinen Bildschirm. Vor ihm liegt die Mappe mit Erläuterungen zur Software. Der Laie, der ihm über die Schulter schaut, sieht bewegliche Kreise und Rechtecke – und nicht viel mehr. „Man muss reinkommen in so ein Programm und dessen Logik verstehen“, sagt der Kant-Gymnasiast. Er selbst hat das schon anderswo geübt als im Informatikraum des Kant-Gymnasiums: an der Junior Uni in Wuppertal.

Zu Wochenbeginn geht es im Informatikraum reichlich geschäftig zu, denn es gibt eine Premiere. Das Kant-Gymnasium setzt darauf, jüngere Schüler an das Fach Informatik heranzuführen. Gemeinsam mit dem Schülerlabor des Campus Velbert/Heiligenhaus hat man Praxis-Workshops eingerichtet. Die gab es bisher erst ab Klasse acht. Neue Förderrichtlinien machen es möglich, jetzt auch Siebtklässler einzubeziehen. Vom kommenden Schuljahr an will das IKG außerdem Informatikunterricht für alle 105 Fünftklässler anbieten. Die Nachfrage ist riesengroß. Unterstützung hat die Schule durch die seit 2016 bestehende Kooperation zwischen Schule und Hochschule Bochum. Solche Kooperationen bietet der Campus kreisweit an.

„Es geht hier nicht um Daddeln am Computer“, so die unmissverständliche Ansage von Schulleiterin Britta Berschick. Sondern darum, „Interesse zu fördern und Schüler im Umgang mit Technik zu lenken, für die sich Jugendliche immer früher begeistern“.

Dafür sorgen im Team der Informatiklehrer Martin Tilmans und Campus-Kursleiter Stefan Simanek. Sie erklären die Schüleraufgabe, über der auch Ben Lennard brütet, so: „Die Schüler entwerfen Schlüsselanhänger, die sie mit Hilfe eines CAD-Programms dreidimensional konstruieren und anschließend mit einem 3D-Drucker fertigen. Damit werden in einem vierstündigen Kurs die Grundlagen im Umgang mit 3D-Druck vermittelt, und weiteren Einsätzen im Unterricht steht nichts mehr im Weg.“ Die Schule konnte bereits einen solchen Drucker anschaffen. Im Workshop gilt: Dem Drucker bei der Arbeit zusehen ist ok, aber bloß nicht reinfassen in den offenen Kasten, denn 3D-Druck ist eine heiße Angelegenheit. „Im Grunde funktioniert so ein Drucker wie eine genau geführte Heißklebepistole“, erklärt Simanek. Dass die aufwendige Technik vielfältig genutzt werden wird – daran zweifelt die Schulleiterin keinen Moment: „Da war auch schon ein Kunstlehrer schwer hinterher.“

Über den Rahmen der Kooperation sagt Koordinatorin Christine Henrichs: „Seit 2016 haben viele Schulklassen des IKG unser Kursangebot gebucht. Für besonders interessierte Teilnehmer gab es dann Nachmittags-AGs und Ferienkurse. Die waren immer gut besucht, meistens aber auch von den immer gleichen Technikfans.“ Gleichzeitig mussten zahlreiche neue Anfragen von jüngeren Schülern oft abgelehnt werden, da es kein Fördergeld mehr gab, das zur Refinanzierung der Kurse nötig ist. Henrichs weiter: „2019 haben sich die Förderbedingungen geändert. Schüler der siebten Klassen können an den Kursen teilnehmen.“

Organisatorisch kommt dem IKG hier die Umstellung von G8 auf G9 zupass. Man hat nach Berschicks Worten dadurch Stunden zur Verfügung, die die Schule nach eigener Schwerpunktwahl thematisch besetzen kann. Ein Teil dieser Stunden wird für den frühen Informatikunterricht genutzt.