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Heiligenhaus: Bernhard Grote und der Kegelsport

Heiligenhaus : Kegler-Karriere begann im Verborgenen

Vor 50 Jahren gründete Bernhard Grote den Azubi-Kegelverein der Firma Kiekert. Bis heute ist er aktiv.

Bernhard Grote macht es allen vor bei der Ferienaktion der Sportkegler. Bevor sich die knapp zwei Dutzend Jungen und Mädchen in Teams aufteilen und gegeneinander antreten, geht es ans Aufwärmen: Runden laufen, „Hampelmänner“, Dehnübungen für die Beine.

Der Besucher spürt es sofort: Hier ist der Geschäftsführer der Heiligenhauser Sportkegler ganz in seinem Element. Ist ja auch kein Wunder, denn diesen Job macht er seit 1972. Trainings-, Übungs- und Spaßangebote für Schüler gehören auch dazu. Die Sportkegler arbeiten zum Beispiel mit der Ogata der Grundschule Schulstraße zusammen. Einmal pro Woche macht Grote im vereinseigenen Sprinter der Jugendabteilung den Taxifahrer für kegelbegeisterte Grundschüler.

Sein eigener Weg zum Kegelsport hatte mit solchen Voraussetzungen rein gar nichts zu tun. 50 Jahre ist es her, dass der gelernte Maschinenbau-Ingenieur mit 20 Gleichgesinnten den Lehrlings-Kegelcub der Firma Kiekert gründete. „Wir spielten damals auf den Bahnen des Dorfkrugs in der Wassermangel aber so richtig Ahnung vom Kegeln hatten wir eigentlich nicht“, erinnert er sich schmunzelnd. Ihm selbst war das auf Dauer nicht genug. Er sah sich um und fand bei den Keglern in Wülfrath seine erste kegelsportliche Anlaufstelle. 1972 dann zurück nach Heiligenhaus, das sich in den Jahren darauf zu einer Kegelhochburg entwickelte. „Den Anfang haben wir mit 35 Mitgliedern gestemmt“, sagt der Geschäftsführer. Heute hat der Verein 100 Mitglieder, darunter 20 Jugendliche wie Grote stolz vorrechnet. „Ein so hoher Anteil an Jugendlichen ist keine Selbstverständlichkeit.“ Auch nicht, dass die Heiligenhauser seit 1993 kontinuierlich mit Jugendteams bei Deutschen Meisterschaften vertreten seien.

Seit 1990 haben die Kegler ihr Hauptquartier in der Anlage Selbecker Straße. Dort war es ein Start unter vergleichsweise abenteuerlichen Bedingungen im ehemaligen Restauarnt des benachbarten Heljensbades. Anbauten kamen schnell hinzu, alles in Eigenleistung. Und die ersten Kegelbahnen wurden bei einem Erkelenzer Verein gebraucht gekauft – für damals 30.000 Mark, die wir sehr schnell zusammenbekommen mussten“, wie Grote sich erinnert.

Für solche Rückblicke haben die Jungen und Mädchen bei der Osterferienaktion keine Zeit. „Drei Tage hier da kann man viel lernen beim Training. Die Betreuer sind sehr nett, es macht viel Spaß“, sagt Younness (14).

Und der neunjährige Rupert freut sich darauf, „hier immer Freunde zu treffen“. Dass es dabei auf den Kegelbahnen gelegentlich ordentlich rummst – das gehört wohl zum Schnupperkursus an der Selbecker Straße dazu.