Heiligenhaus: Bad-Pläne in der Warteschleife

Heiligenhaus : Bad-Pläne stecken in der Warteschleife

Auf konkrete Konzepte für einen Neubau konnte man sich bisher nicht verständigen, auch wenn die Zeit drängt. Ein Problem: alte Technik.

Über eine Sache sind sich soweit alle einig: Ein Bad soll am jetzigen Standort an der Selbecker Straße erhalten bleiben – wie allerdings die Zukunft des Heljensbades konkret aussehen soll, darüber herrscht weiterhin Unklarheit. Sicher ist, dass bald eine Entscheidung über die Zukunft des Bades getroffen werden muss, denn der Zustand der Anlage leidet an einer deutlich sichtbar in die Jahre gekommenen Infrastruktur.

Die Mängel in der Substanz werden immer deutlicher spürbar: Ende Juni sorgte ein Schmorbrand an der Trafostation des Schwimmbades für einen Stromausfall. Die Feuerwehr rückte an und musste das Bad für einen Tag räumen – mitten in der Hitzewelle. Das Freibad stammt aus dem Jahr 1965, die Schwimmhalle von 1974, letztmals saniert vor über 15 Jahren, der Brand hätte dramatische Auswirkungen haben können, der Zeitdruck wird sichtbar: „Es gibt einen breiten Konsens, dass eine Ertüchtigung der derzeitigen Bausubstanz, auch vor dem Hintergrund der gutachterlichen Betrachtung wirtschaftlich nicht ernsthaft in Betracht kommen kann“, sagt Bürgermeister Michael Beck. Die Zukunft bleibt ungewiss. In der Ratssitzung erläuterte er noch mal die Historie der Planungen, hatte aber keine neuen Ergebnisse im Gepäck: „Es wurde bisher kein Modell vorgeschlagen, das größere Unterstützung gefunden hat.“ Auch wenn es, so der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung, Ideen gegeben habe, die man durchaus hätte verfolgen können, „aber das liegt im Auge des Betrachters.“ Es bestehe eine hohe Emotionalität bei dem Thema, deswegen sei es wichtig, die sachliche Argumentation im Blick zu behalten, sein Bestreben: Einen grundlegenden Kern als Sachlage für die weitergehende Diskussion zu finden. Ein weiteres Lenkungsgremien, besetzt mit Mitgliedern der Fraktionen und verschiedenster Nutzergruppen wird sich Ende August treffen, bis dahin sollen bei den Stadtwerken Statements der Fraktionen gesammelt werden, um möglichst gemeinsame Schnittmengen zu suchen, die den Kern bilden sollen. 2015 haben Gutachter Befürchtungen um den baulichen Zustand bestätigt: „Die Substanz ist dem Alter entsprechend verbraucht und schadhaft“, so Beck. 2016 dann der erste Vorschlag einer Konzeption: „Ein großes Spaßbad mit üppiger Freizeitsaunaanlage wurde im Áufsichtsratgremium der Stadtwerke diskutiert.“ Schnell wird klar, dass das so nicht zu stemmen sein wird. In einem Arbeitskreis werden dann Nutzergruppen einbezogen und Bedarfe abgefragt: Vereinsschwimmen, Lehrschwimmbecken, Sauna. Es werden zahlreiche Wünsche eingereicht, die von einem Badplaner aufgenommen werden. Ein Badplaner entwirft Module mit vier verschiedenen Varianten. Aber hier findet sich kein Konsens, der den Bürgern vorgestellt werden kann. In einem erweiterten Lenkungskreis werden weitere Nutzergruppen involviert; ein anderer Badplaner, der auch den Entwicklungsprozess begleiten soll, wird involviert. Die Verantwortlichen schauen sich Bäder in der Nähe mit ähnlicher Geschichte an.

„Der Knackpunkt ist die Größe der Wasserflächen“, so Beck. Im November 2018 dann eine weitere Ideensammlung, die Vorschläge: 25 Meter Becken, Familienbecken, Cabriodach. „Trotz der engagierten Arbeit der Beteiligten und Bewegung im Prozess findet sich immer noch kein Vorschlag, der finanzierbar ist und auf den man sich einigen kann. Ich glaube aber weiterhin, dass ein Konsens im vertretbaren finanziellen Rahmen möglich ist.“

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