Heiligenhaus: Almuth Schildmann-Brack ist neue Kulturbüro-Chefin

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Almuth Schildmann-Brack will als neue Kulturchefin alle Generationen für Musik, Theater und Kunst begeistern.

Ich lerne zur Zeit jeden Tag etwas völlig Neues.“ Wenn Almuth Schildmann-Brack über ihr neues Aufgabenfeld spricht, dann sprudelt es aus ihr heraus: Neue Aufgaben, viele Ideen und die Erfüllung eines kleinen Traumes.

„Ich habe 1991 in der Jugendpflege angefangen, damals bei einem Praktikum im Oberilper Spielhaus, dann habe ich Sozialpädagogik studiert und immer mit Leidenschaft in der Jugendpflege gearbeitet, aber manchmal habe ich schon ein bisschen bereut, den Schwerpunkt nicht stärker im kulturellen Bereich gelegt zu haben“ – das holt die 49-Jährige jetzt nach: Seit Februar leitet sie das Kulturbüro und beerbt damit Stephan Nau, der fortan stärker den Tourismus- und Marketingbereich ins Auge nimmt. „Der Club gehört nach der Neugliederung der Fachbereiche zur Kultur, da mich das Thema reizt und ich schon etwas länger darüber nachgedacht habe, noch mal etwas zu anderen zu machen, habe ich mich einfach mal auf die Stelle beworben.“

Sie hatte Erfolg und bringt einen eigenen Zugang und Netzwerke mit. Auf dem Papier erfolgte der Wechsel zum Team mit Veronika Kautz und Jürgen Weger zum 1. Februar, in der Realität war der Übergang innerhalb des Rathauses etwas weicher: „In der alten Abteilung herrscht viel Bewegung mit noch nicht abgeschlossenen Projekten und auf der anderen Seite klopften natürlich die Kollegen aus der neuen Abteilung, die mich sehr nett willkommen geheißen haben.“ Mit dem Kulturrucksack nimmt sie damit ein echtes Herzensprojekt ins Kulturbüro mit. Die vom ehemaligen Club-Chef Ubald Stark initiierte Aktion soll Kinder auch weiterhin unter ihrer Organisation für Kultur begeistern, zum Beispiel fürs Trommeln, das Theater oder digitale Ausdrucksmöglichkeiten. „Ich will in meiner neuen Aufgabe gerne mehr junge Leute für die Kultur vor Ort begeistern, dafür braucht es natürlich die passenden Angebote, aber auch Jugendliche, die selbst etwas auf die Beine stellen möchten- und die Ausdauer dafür haben. Ihnen möchte ich eine Bühne geben.“ Sie selbst habe in ihrer Jugend den Spaß an der Musik durch das Kulturprogramm im Club kennen gelernt, ist dann zur Musikschule gegangen und heute eine der beiden Frontfrauen der „Flyin‘ Tunes“. Der Club, zum Beispiel mit seinen RockMe-Parties mit regionalen Bands, sei wichtiger Anlaufpunkt mit einem „hochengagierten Team, das immer ein offenes Ohr hat, trotz personellem Engpass.“ Die anderen Generationen dürfen dabei natürlich nicht zu kurz kommen: Die bildenden Künste sollen einen höheren Schwerpunkt bekommen: Noch sei sie zwar in der Eingewöhnungsphase, in die auch viele Gespräche fallen, und dazu gehöre auch schon, jetzt wo der Ausstellungsraum im Alten Pastorat wegfalle, eine Liste anderer, möglicher und vor allem dauerhafter Ausstellungsräume zu finden. „Wirklich überrascht hat mich, dass im Programm gar nicht so viel Folk stattfindet, wie immer kritisiert wird, sondern viel mehr Geschmacksrichtungen bedient werden. Comedy und Kabarett zum Beispiel. Unglaublich viele, tolle Kulturangebote.“ Dabei ist das Ehrenamt vor Ort ein echtes Pfund.

Das zeige etwa das Isenbügeler Bürgerhaus. „Auch zwischen den Städten im Rahmen der Städtepartnerschaften passiert auch ohne das Kulturbüro eine ganze Menge, wir wollen trotzdem die Strukturen verbessern.“ Kultur vor Ort wird eben vor allem von den Menschen aufrecht gehalten, die neue Kulturchefin ist offen für Ideen: „Wir wollen hinhören. Dann kriegen wir das schon hin.“

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