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Heiligenhaus: 40 Jahre IMS

Heiligenhaus : IMS – eine Weltfirma in Hetterscheidt wird 40

Die größten Stahlhersteller weltweit nutzen hochspezialisierte Messgeräte aus Hetterscheidt-Nord. Dort ist seit 1987 die IMS-Zentrale. Die Ursprünge der Firma liegen noch länger als 40 Jahre zurück.

Schon das Luftbild vom Gewerbegebiet Hetterscheidt macht deutlich: Die Firma IMS Messsysteme hat starke Wurzeln in der Stadt geschlagen. Derzeit ist eine weitere Expansion mit noch mehr Gebäuden und Fläche geplant. Zudem hat man Grund zu einem Rückblick – und zum Feiern: Die Firma wurde vor 40 Jahren in Kettwig gegründet, aber die Ursprünge reichen noch weit dahinter zurück.

Zunächst aber zieht die Geschäftsführung eine Zwischenbilanz der Coronakrisen-Folgen: „Auch wenn die Auftragseingänge aktuell rückläufig sind, erreichen die IMS seit einiger Zeit wieder positive Signale. Für einige der in 2020 bestellten Systeme ist die Auslieferung erfreulicher Weise auf Kundenwunsch noch für dieses Jahr geplant. Der Löwenanteil der Bestellungen kommt hierbei aus Deutschland und Europa, gefolgt von Asien, Südamerika und damit aus ehemaligen Krisengebieten, die das Gröbste überstanden haben und in denen die Wirtschaft wieder anläuft sowie aus Ländern, die aktuell die ersten Schritte in Richtung neuer Alltag gehen. Aufträge in den USA sind bisher kaum von der Krise betroffen“, teilen Richard Rak und Hendrik Schultes mit.

Dies alles mache das Unternehmen „optimistisch genug“, das 40-jährige Bestehen gebührend zu würdigen. Zum runden Geburtstag macht man auf eine Reihe von IMS-Besonderheiten aufmerksam, die inzwischen auch die Heiligenhauser Industriegeschichte mit formen. „Seit der Gründung 1980 befindet sich die IMS Messsysteme GmbH als globaler Vorreiter für berührungslos detektierende Messtechnik ausschließlich in privater Hand und hat sich nicht zuletzt dadurch ihre hohe Unabhängigkeit und Individualität bewahrt“, heißt es in einer Mitteilung.

Und so hatte alles begonnen, wie die IMS-Chronik weiß: Der eigentliche Ursprung von IMS liegt bei der Entwicklung der radiometrischen Messtechnik in den späten 50er Jahren durch die AEG-Telefunken. Hier wurde die erste radiometrische Füllstandsmessung entwickelt, gefolgt von der radiometrischen Dichtemessung Anfang der 60er Jahre sowie der radiometrischen Flächengewichts- und Dickenmessung Mitte der 60er Jahre. Aufgrund eines Beteiligungsvertrages zwischen AEG-Telefunken und der Hartmann & Braun AG (H&B) gingen 1967 alle Aktivitäten auf dem Gebiet der radiometrischen Messtechnik an H&B über. Der Grundstein für den Typus „radiometrische Messsysteme“, wie sie auch heute noch in der Erzeugung von warm- und kaltgewalzten Rohr- und Flachprodukten eingesetzt werden, war gelegt.

1979 entschied die Vorstandsebene von H&B, das gesamte Produktportfolio der „Radiometrie“ aufzugeben. Die beiden damaligen H&B Mitarbeiter Paul Flormann und Bernhard Mengelkamp, beides führende Kapazitäten auf dem Gebiet der radiometrischen Messtechnik, gründeten daraufhin, gemeinsam mit ihrem Kollegen Hans Schneider als kaufmännische Unterstützung zu den beiden Entwicklungsingenieuren, 1980 ihr eigenes Unternehmen mit genau diesem Produktspektrum: Die „IMS Isotopen Meßsysteme GmbH“ war geboren. Als erster Firmensitz diente die stillgelegte Großweberei Scheidt in Essen-Kettwig, in der die Räumlichkeiten und Ausstattung zu Beginn eher behelfsmäßig waren.

Es klingt beinahe nach einer Erzählung aus einer anderen Industrie-Welt: „Es war also unumgänglich, dass der ein oder andere Messbügel im Freien, vor dem Gebäude montiert werden musste. Nur eine kleine Überdachung schützte ihn dabei vor Wind und Wetter und für die Verladung auf Pritschen-Lkw musste ein einfacher Kettenzug ausreichen. Nichtsdestotrotz stieg bereits im ersten Geschäftsjahr die Mitarbeiterzahl auf sieben Kollegen.“ Seit 1987 befindet sich der Firmensitz des 1998 zur „IMS Messsysteme GmbH“ umfirmierten Unternehmens in Heiligenhaus Hetterscheidt. Auf einem Areal von mittlerweile rund 40.000 Quadratmetern arbeiten verteilt auf neun Gebäude – darunter auch die hauseigene IMS-Akademie für Kundenschulungen und -trainings – insgesamt 350 Mitarbeiter.

Die Firma ist inzwischen auf allen Kontinenten vertreten.