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Heiiligenhaus: Kultur live im Club

„Nachtfrequenz“ in Heiligenhaus : Nachtfrequenz holt Talente in den Club

Nach einer Pause war der Club in diesem Jahr wieder bei dem landesweiten Projekt der Landesvereinigung „Kulturelle Jugendarbeit NRW“ dabei. Dem Club-Aufruf waren acht Musiker gefolgt, die vor ausverkauftem Haus spielten.

Endlich wieder Livemusik – und dies vor echtem Publikum, mit richtigem Applaus und dieser ganz besonderen Konzert-Atmosphäre, die eben nur im Wechselspiel zwischen Künstlern und Zuschauern entsteht. Nach langer Konzertpause war es am Samstag an der Hülsbecker Straße wieder soweit, und der Heiligenhauser Club funkte auf der „Nachtfrequenz 2020“. Die „Nacht der Jugendkultur“ wurde am Wochenende in über 80 Städten in NRW gefeiert, sie bot jungen Künstlern eine Bühne, und die zeigten auch in Heiligenhaus, wie viel Talent in der Region so gar nicht schlummert, sondern ziemlich lebendig ist. Nach einer Pause war der Club in diesem Jahr wieder bei dem landesweiten Projekt der Landesvereinigung „Kulturelle Jugendarbeit NRW“ dabei. Dem Club-Aufruf waren acht Musiker gefolgt, die vor ausverkauftem Haus spielten. Coronabedingt sind das zwar deutlich weniger als sonst, aber dank des Hygiene-Konzepts des Clubs war der Abend trotzdem möglich. Angesichts der steigenden Infektionszahlen habe man allerdings noch bis zum letzten Moment damit gerechnet, das Publikum wieder nach Hause schicken zu müssen, sagte Organisator Hardy Bäcker vom Club.

„Da es kritisch war, ob wir überhaupt Zuschauer reinlassen können, haben wir uns für einen Livestream entschieden.“ Damit konnten diejenigen, die nicht vor Ort sein konnten, das vierstündige Konzert live von daheim mitverfolgen – und wer es verpasst hat, kann das jederzeit auf der Facebook-Seite des Clubs Heiligenhaus oder auf dessen Youtube-Seite nachholen. Wer das tut, kann einen besonderen Abend nacherleben.

Mit einer satten Portion Talent, berührenden und frischen Songs, tollen Stimmen und Instrumentalisten, aber vor allem ganz viel unbändiger Spielfreude bewiesen ausnahmslos alle Künstler, wie viel Spaß sie an der Musik und an der Bühne haben.

Moderatorin Anna Rau, die auch Sängerin der Band „Back and Fill“ ist, eröffnete den Abend mit der Hymne „Music was my first love“ von John Miles. Für sie waren es seit Ausbruch der Pandemie wieder die ersten Schritte auf einer Bühne und vor Publikum, Live-Musik werde so zu einem echten Privileg. Und das sah auch die erste Solo-Künstlerin des Abends so: Madita aus Velbert freute sich, endlich wieder vor Publikum zu spielen. „Es ist einfach nicht dasselbe, wenn man zu Hause in eine Handykamera singt“, sagte sie.

Ihr folgte Marius, ebenfalls Sänger und Songwriter, der in den letzten Wochen zumindest vor Autos spielen durfte, aber auch das sei kein echter Ersatz für richtiges Publikum. Bei Zoé und Antoine, einer Hälfte der Band „Chase the Line“, gab es dann sogar eine Premiere: Zoé saß zum ersten Mal im Bandverbund an einem Klavier und spielte ein eigenes Stück, das sie für ihre Schwester geschrieben hat.

Ihnen folgte Liedermacherin Lilly, deren Stil gar nicht so leicht zu beschreiben sei, wie Moderatorin Anna feststellte. Sie hatte im Vorfeld alle Künstler gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, um deren Essenz zu erfassen. Was sie an dem musikalischen Aufgebot in seiner Gesamtheit besonders faszinierte: „Dass alle ganz unterschiedlich an die Musik herangehen und heute alle geballt auf einer Bühne stehen.“ Den Abschluss gestaltete sie dann mit ihrer Band „Back and Fill“ aus Wülfrath. Mit Sranya, Julian und noch einmal Zoé rundete sie den Abend ab.

Auch wenn überzeugende Cover zu hören waren – die ganz und gar nicht heimlichen Stars des Abends waren die eigenen Songs der Künstler, und zwar verpackt in ganz viel Persönlichkeit.