Kreis Mettmann: Hausnummern bremsen Retter und Pizzaboten aus

Kreis Mettmann: Hausnummern bremsen Retter und Pizzaboten aus

Theoretisch gibt es klare Regeln für die Kennzeichnung der Häuser. Doch die Praxis sieht anders aus.

Gut sichtbare Hausnummern können im Notfall Leben retten. Gerade im Dunkeln sind in vielen Straßen die Hausnummern so schlecht lesbar, dass wertvolle Zeit verstreicht, bis die Rettungskräfte - oder Taxifahrer oder Pizzaboten - ihren Einsatzort gefunden haben.

Die 18 in Buntmetall (oben) oder in Edelstahl-Ausführung auf grauem Briefkasten. Die 18 in Buntmetall (oben) oder in Edelstahl-Ausführung auf grauem Briefkasten. Foto: Staschik Olaf

"Die Hausnummern sind am Hauptgebäude neben dem Hauseingang in einer Höhe von 1,50 bis 2,50 Metern anzubringen. Bei mehreren Eingängen ist jeder Eingang mit der Hausnummer zu versehen", heißt es in Paragraph 10 ("Nummerierung der Gebäude, Anbringen von Schildern") der "Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Stadt Ratingen" (ÖSuOVR). Außer, dass die Hausnummer in arabischen Ziffern auszuführen ist - also nicht "achtzehn" lauten dürfte - gibt es in der ÖSuOVR aber keine Vorschrift über Größe, Art und Ausführung. In anderen Bundesländern gibt es inzwischen die Vorgabe, dass Hausnummern beleuchtet sein müssen.

"Keine Nummer oder unbeleuchtet", sagt ein Sprecher der Hildener Feuerwehr spontan auf die Frage, was ihn beim Thema Hausnummern am meisten stört. Die Hausnummer sollte nicht zu klein sein und gut lesbar - dazu zählt auch der Kontrast. Edelstahl auf grauer Lackierung macht da mehr Probleme als schwarze Schrift auf weißer Mauer.

Foto: Staschik Olaf
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Oft seien die Nummern auch versteckt angebracht, hat Mustafa Amdickol beobachtet. Der Inhaber und Fahrer eines Lieferservice aus Hilden (Pizza Pazza) sagt, nachts sei die Nummerierung "die reine Katastrophe". Da fehlten die Nummern, seien von Büschen verdeckt. Da werde versucht, mit den Autoscheinwerfern die Fassade anzustrahlen - um allzu oft festzustellen, dass das richtige Haus doch noch etwas weiter weg ist. Für die deshalb längeren Wartezeiten fehle hungrigen Bestellern aber zuweilen das Verständnis.

Foto: Staschik Olaf

Bettina Erber, Taxiunternehmerin aus Mettmann, kommentiert die Hausnummern-Frage nur: "Ganz schlimm!" Nachts nutze sie oft eine starke Taschenlampe, um Nummern zu finden. Denn als Frau in dunkler Nacht allein auszusteigen, behage ihr auch nicht. Ihr Wunsch zur Hausnummer: "Enweder ange- oder beleuchtet oder über der Tür!"

Foto: Staschik Olaf
(-dts)
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