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Ratingen: Gute Auftragslage für das neue Jahr

Ratingen : Gute Auftragslage für das neue Jahr

Unternehmen haben positive Erwartungen für das neue Jahr. Hohe Anforderungen an Kreditvergaben.

War die Wirtschaft zu Beginn des vergangenen Jahres noch skeptisch im Blick nach vorne, ist die allgemeine Stimmung für 2014 schon deutlich besser. Die Zeichen scheinen gut zu stehen, dass es wieder bergauf geht. Der Ratinger Finanzexperte und Unternehmensberater Andreas Münster warnt aber vor möglichen Problemen bei Kreditvergaben: "Banken werden ihre Anforderungen an Unternehmen weiter erhöhen.

Ein gutes Rating wird noch wichtiger als in der Vergangenheit." Gerade Unternehmen, die bisher auf Steueroptimierung aus waren, würden bei größeren Finanzierungsvorhaben Probleme bekommen. "Geld für Investitionen ist im Markt vorhanden, aber Kapitalgeber suchen sich verstärkt gute Bonitäten heraus." Gerade dieses Thema werde in vielen Unternehmen noch vernachlässigt.

Mit leichtem Wachstum rechnet Dirk Wittmer, Geschäftsführer von Johann + Wittmer und Aufsichtsratsvorsitzender bei Euronics. Das Geschäft wurde 2013 für die Ansprüche des gerade angebrochenen Jahres umgebaut. Es bietet nun deutlich mehr und bessere Präsentationsmöglichkeiten. Die Fußball-Weltmeisterschaft wird für einen Ansturm auf Großbildgeräte sorgen. "Sprachen wir früher von 72 Zentimetern Bildschirmdiagonale, sind wir inzwischen bei 1,27 Metern angekommen", sagt er. Technisch sieht er DVBT als mobile Lösung für den Garten, solange auf diesem Standard noch gesendet wird. Für den Innenbereich empfiehlt Wittmer eher die Satellitenantenne oder den Kabelanschluss. Neu auf den Markt kommt die Ultra-HD-Technik.

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"Die Europameisterschaft 2016 wird in dieser extrem hochauflösenden Technik empfangbar sein, weil die öffentlich-rechtlichen Sender dann ihre Kameras ausgetauscht haben werden." Umsatztreiber bleiben Smartphones und Tablets, die sich immer stärker zu multifunktionalen Steuergeräten entwickeln. Ein wahrer Hype ist zum Ende vergangenen Jahres im Bereich der Spielkonsolen entstanden.

"Der Bedarf konnte von den Herstellern nicht gedeckt werden, so wird sich die Nachfrage auch in 2014 fortsetzen", sagt Wittmer. Außerdem baut er auf den Absatz von Haushaltsgeräten. Bei Großgeräten spielt die teurer werdende Energie eine große Rolle, Kleingeräten verschafft die Vielzahl von Kochshows zu einem Boom. "Hochwertige Küchengeräte, Kaffeevollautomaten und beutellose Staubsauger werden gefragt sein."

Auch das produzierende Gewerbe blickt verhalten positiv nach vorne. Thomas Janke vom Anlagenbauer Janke GmbH sagt: "Die Auftragslage ist etwas besser als im vergangenen Jahr. Aber wir müssen in einem anspruchsvollen Umfeld weiter vorsichtig agieren." Die Zeit für Jubelstürme ist also noch nicht gekommen, die Stimmung aber gut.

Die Erwartung vom Aufschwung bestätigt auch Paula Ahlers von der Deutschen Bank in Ratingen. "Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat schon in den vergangenen Wochen für eine Belebung der internationalen Kapitalmärkte gesorgt, das dürfte sich fortsetzen." Sie rechnet damit, dass die Zinsen noch längere Zeit auf einem niedrigen Niveau bleiben. Auch darum werden Altersvorsorge und Vermögensaufbau in 2014 die führenden Themen für Privatkunden sein. "In der Altersvorsorge wird dabei insbesondere die Immobilie — zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage zur Vermietung — eine Rolle spielen. Wobei man anmerken muss, dass die Objekte in der Region inzwischen rar werden."

Das weiß auch Axel Mohr, Geschäftsführer des Verlags Argetra, der deutschlandweit Zwangsversteigerungsobjekte veröffentlicht. "Der Markt ist leer gefegt und die Nachfrage weiter sehr hoch. Bei Zwangsversteigerungen sind noch Schnäppchen möglich." Allerdings werden inzwischen viele Objekte schon vor der Versteigerung veräußert. Darauf hat sich auch Argetra eingestellt und bietet mit der Online-Datenbank eine deutlich längere Vorausschau als im gedruckten Katalog.

Letzterer umfasst jeweils sechs Wochen, die Datenbank wird täglich mit 300 bis 500 Veränderungen gepflegt. Bei den Terminen erwartet Mohr einen leichten Rückgang auf 55 000 (2013: zirka 60 000), das Wert-Volumen aber wird weiter ansteigen.

(stemu)