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Grüne in Heiligenhaus: Ärger über Plastik im Kompost

Naturschutz in Heiligenhaus : Sorge um Nutzung von plastikhaltigem Kompost

Darf Kompost Plastik enthalten? In geringen Mengen: ja. Aber die Stadt will das bei eigenen Pachtverträgen so nicht stehen lassen, haben die Bündnisgrünen herausgefunden.

(RP/köh) Mitglieder der Heiligenhauser Grünen haben nach eigener Mitteilung mehrfach festgestellt, dass es Landwirte im Stadtgebiet gibt, die kunststoffhaltigen Kompost auf die Äcker ausbringen. „Nach der letzten Sichtung eines solchen Komposthaufens, der auf Höhe des neuen Bürgerwalds auf Ausbringung wartete, haben wir uns an dieUntere Abfallwirtschaftsbehörde des Amts für technischen Umweltschutz im Kreis Mettmann gewandt und nachgefragt“, sagt Sprecherin Stefanie Becker.

Man wollte wissen: Ist es erlaubt, mit Kunststoffabfällen versetztes Material auf die Äcker auszubringen? Und wenn ja, woher stammt das Material? Und braucht es für das Ausbringen eine Genehmigung oder ist es gängige Praxis?

Die Antwort: „Es wurde uns nach Vor-Ort-Überprüfung mitgeteilt, dass der Kompost aus einer Kompostierungsanlage stammt und sich im Rahmen der Regelungen der Düngemittelverordnung bewege, die „einen Fremdbestandteil von nicht abgebauten Kunststoffen über 1mm Siebdurchgang von weniger als einem  Gewichtsprozent bezogen auf die Trockenmasse“ erlaubt.“

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So sehen es die Grünen: „Deutlich sichtbare Fetzen Plastikfolie und Kunststoffstückchen dürfen also auf den Acker untergepflügt werden, solange sie in Summe nicht mehr als ein Prozent des Gesamtkomposts ausmachen. Doch bis dieses Plastik in der Natur verrottet, dauert es Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte. Es zerfällt in immer kleinere Partikel, die als Mikroplastik von Säugetieren und anderen Organismen aufgenommen werden und erhebliche Schäden verursachen können. Mikroplastik in Ozeanen ist ein bekanntes Problem, dass auch unsere Äcker erheblich von Mikro- und Makroplastik durchsetzt sind, wissen nur Wenige.“ Doch wie lässt sich die Ausbringung von „Kunststoff-Kompost“ unterbinden? Zumindest bei ihren eigenen Grundstücken hat die Stadt Heiligenhaus als Eigentümerin Handlungsspielraum. Auf Nachfrage der Grünen habe die Verwaltung bestätigt, die Pachtverträge bei der nächsten sich bietenden Möglichkeit so umzustellen, dass der Einsatz von derartigem Material untersagt wird.