Heiligenhaus: Großes Lob für kleine Gärtner bei der Arbeit

Heiligenhaus : Großes Lob für kleine Gärtner bei der Arbeit

Nonnenbrucher Vorschulkinder pflanzen, pflegen und pflücken in der eigenen Kita-Parzelle – ihr Beitrag zur Aktion "Schönes Heiligenhaus".

Nonnenbrucher Vorschulkinder pflanzen, pflegen und pflücken in der eigenen Kita-Parzelle — ihr Beitrag zur Aktion "Schönes Heiligenhaus".

Mit der Gießkanne stapft die Schar junger Gärtner durch die Kleingartenparzelle: "Damit die Blumen auch was zu trinken bekommen", erklären die Fünf- und Sechsjährigen. Nicht nur, wenn die Sonne vom Himmel scheint, gibt es für sie hier viel zu tun. Es sind die Vorschulkinder des Familienzentrums Nonnenbruch, die so fleißig sind.

In der Kleingartenanlage Leibeck bewirtschaften sie seit 2009 gemeinsam mit den Erzieherinnen eine eigene Parzelle. Neben einer Rasenfläche zum Spielen gibt es dort auch ein Gewächshaus, Gemüsebeete, Sträucher und noch allerhand mehr Pflanzen, die es zu hegen gilt. "Im Frühjahr verbringen wir viel Zeit hier", sagt Erzieherin Olga Hatzenbühler.

"Die Kinder sehen die Veränderungen, wenn aus einem kleinen Samenkörnchen eine richtige Pflanze wird. Sie können ihr selbst gesätes Obst und Gemüse ernten und erleben, dass Erdbeeren und Gurken nicht aus dem Supermarkt kommen." Himbeeren und Johannisbeeren, Möhren, Kohlrabi, da ist für jeden Geschmack was dabei.

Ihre Kollegin Gaby Olligschläger, mit der sie das Projekt betreut, hat selbst eine Parzelle in der Anlage und ihr Vater Werner Olligschläger, der auch ehemaliger Kleingärtner ist und lange Zeit im Vorstand aktiv war, hilft gerne ehrenamtlich. Das Mähen übernimmt der Verein, bei schwereren Aufgaben müssen dann auch mal die Eltern der Kinder ran. Doch die kleinen und großen Gärtner freuen sich über jede helfende Gärtnerhand, denn die Satzung der Kleingärtner ist streng. Unkraut muss auch bei schlechtem Wetter gejätet werden.

Die Arbeit lohnt sich: Im letzten Jahr gab es viele Erdbeeren. Die Ernte kommt dann in den Kindergarten, wo sie beim gemeinsamen Frühstück regelrecht verschlungen wird. "Es muss den Kindern einfach Spaß machen, das ist das wichtigste. So können wir sie spielerisch an die Natur heranführen", so Hatzenbühler. Ein Projekt, das dem Arbeitskreis "Schönes Heiligenhaus" so gut gefällt, dass es ein herzliches Dankeschön gab — in Form eines Flieders und zweier Johannisbeersträucher.

"Leider müssen wir vom Arbeitskreis so oft mahnen, da möchten wir auch gerne denen Danke sagen, die sich engagieren", sagt Landschaftswächterin Silke Thus vom Arbeitskreis: "Der Garten ist ein tolles Projekt." Je eher die Kinder ein Gefühl für ihre Umwelt und die Natur entwickeln würden, desto mehr würden sie sie auch wertschätzen. Der Arbeitskreis ist 2011 zwar im Rahmen des CDU-Ortsverbandes gegründet worden, sei aber überparteilich, Mitmachen könne jeder, dem eine schöne Stadt am Herzen liegt, es werden Ideen gesucht. "Es geht um dieses Wir-Gefühl unter den Heiligenhauser Bürgern", so Thus. Schmutzecken, wie der Park am Südring, oder andere Ecken, oft in der Innenstadt, gebe es genug. "Deswegen wollen wir die Bürgervereine mobilisieren, mit gutem Beispiel voranzugehen, damit viele diese Ecken sehen", sagt Monika ten Eicken. "Der Nonnenbruch und die Ilp zum Beispiel sind gut dabei. Wir hoffen, dass das Vorbild sein kann, auch für die Stadtmitte."

(sade)
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