Ratingen Großes Finale der Gitarrentage

Ratingen · Zum Abschluss gab es ein Konzert in der Evangelischen Stadtkirche. Kursteilnehmer spielten ein buntes und sehr abwechslungsreiches Programm. Der Schwerpunkt lag auf Südeuropa.

Zum Finale der "Internationalen Gitarrentage" in Ratingen spielten am vergangenen Sonntag die aktiven Teilnehmer des Meisterkurses von Nirse González in der Evangelischen Stadtkirche. Eine Woche vertieften sie sich in ihre Werke und stellten nun die Ergebnisse in einem Konzert öffentlich vor. Der gute Besuch sprach dafür, dass es in Ratingen offenbar ein Publikum für Gitarrenmusik gibt.

Bei dem gut einstündigen Programm spielten die aktiven Kursteilnehmer ein buntes Programm mit dem Schwerpunkt auf Südeuropa. Zu Beginn spielte Ingolf Kriegsmann aus dem benachbarten Wülfrath eine fünfsätzige spanische Suite des spanischen Barockkomponisten Gaspar Sanz und füllte den Kirchenraum mit Klängen, die unmittelbar den spanischen Hof assoziieren ließen.

Ihm folgte der jüngste Teilnehmer, der 14-jährige Simon Köhnes aus Ratingen, mit einem ganz und gar unbekümmerten Auftritt. Dabei vermochte er dem Variationswerk "Folias de España" des Italieners Mauro Giuliani schillernde Farben abzugewinnen, bevor er mit einem sehr charaktervollen Tanz des Kubaners Leo Brouwer in die Karibik verzauberte und zum Abschluss das populäre Stück "Santa Cruz" des US-amerikanischen Zeitgenossen David Qualey zum Besten gab.

Der Niederländer Reli Suyskens bot klassische und romantische Kompositionen aus Spanien, deren sehnsüchtige Melodik er gut ausbalanciert vortrug und verschmolz dabei ganz mit seinem Instrument. Anschließend erwies auch er dem Zeitgenossen Brouwer seine Referenz und spielte sieben Stücke aus den "Estudios Sencillos"; Minutenstücke, bei denen Dank raffinierter Spieltechniken der Gitarre faszinierende Klangfarben als Momentaufnahmen entstanden.

Der vom Niederrhein stammende Grischa Mentzen bot ein Paradestück der Gitarrenliteratur, die "Passacaglia" von einem er deutschen Lautenkomponisten des Barock, Silvius Leopold Weiss. Er ging mit Feingefühl und filigranem Spiel an das Werk heran und gestaltete sehr sensibel die Vielfalt der melodischen Varianten, die sich immer weiter hätten fortspinnen können.

Zum Schluss des Konzerts spielte der Spanier Iñaki Ochoa eine groß angelegte Hommage an Gioachino Rossini von seinem Landsmann Mauro Giuliani. Mit präsentem Vortrag und voluminösem Klang interpretierte Ochao das mit Rossini-Zitaten bespickte Werk, dessen Stolz und Lebenshunger er gekonnt wiederzugeben wusste. Ein geglückter Schlusspunkt eines sehr abwechslungsreichen Abends, für den sich die Zuhörer mit herzlichem Applaus bedankten.

Mit den italienischen Klängen gingen die ersten "Internationalen Gitarrentage" zu Ende. Initiator und künstlerischer Leiter Nirse González ist mit ihrem Verlauf insgesamt sehr zufrieden.

Die Tage haben ein über seine Erwartungen hinaus gehendes Echo gefunden. Zum Eröffnungskonzert fanden sich gut 80 Zuhörer ein, am Meisterkurs nahmen fünf Aktive unterschiedlicher Provenienz teil, die sowohl technisch als auch interpretatorisch von den Unterweisungen profitierten könnten; der Vortrag über neue Wege und Ansätze des Gitarrenbaus von der Gitarrenbauerin Angela Waltner aus Berlin und die Ausstellung ihrer Instrumente fanden ebenfalls eine interessierte Zuhörerschaft und beim abschließenden Konzert durften sich die Akteure über rund 100 Zuhörer freuen.

"Zum Gelingen des Pilotprojekts hat auch die Kooperation mit dem Evangelischen Familienbildungswerk maßgeblich beigetragen", so González, vor allem durch "die Möglichkeit, sich in geeigneten Räumen künstlerisch betätigen zu können".

(dob)