Glasverpackungen lassen sich nahezu unendlich wiederverwerten

Kreislauf des Altglases : Vom alten zum neuen Gurkenglas

Glasverpackungen lassen sich nahezu unendlich wiederverwerten. Wichtig ist aber eine strikte Trennung im Container.

Das Klirren nach dem Einwerfen der Flaschen macht den Gang zum Altglascontainer seit jeher auch für Kinder zum beliebten Ziel eines Spazierganges – zumal bei der Aufteilung in Weiß-, Braun-, und Grünglas jeder zum Zug kommt. Doch wofür braucht es überhaupt diese strikte farbliche Trennung? Nur aus Weiß-Glas wird wieder Weiß-Glas, wissen die Abfallberater im Kreis Mettmann. Am wenigsten empfindlich sei offenbar das Grünglas. In deren Behälter könne man dementsprechend auch die selteneren blauen oder gelben Flaschen entsorgen.

1. Station: Container vor Ort

Insgesamt 1958 Tonnen Altglas fielen im Jahr 2018 in Ratingen an. Das sind 21 Kilogramm pro Einwohner und Jahr – eine Zahl, die in etwa dem Durchschnittswert vergangener Jahre entspricht. Einwerfen können das die Verbraucher an über 74 Standorten im gesamten Stadtgebiet. Weiß ist laut Abfallberaterin Ute Baggelmann wahrscheinlich die häufigste Farbe: „Von den insgesamt 187 Glascontainern an den verschiedenen Standorten sind allein 85 für Weißglas“, erklärt die Abfalllberaterin. Dass die Öffnungen rund sind, macht Sinn. Fenster- oder Kristallglas gehört dort nämlich genauso wenig hinein wie Keramik, Kronkorken und sonstige Verschlüsse. Die Gründe dafür sind verschieden: Kristallglas habe einen anderen Schmelzpunkt als das übliche Material, und für Flachglas würden einfach keine Lizenzgebühren bezahlt, da es nicht zu den Verpackungen zähle, heißt es vom Unternehmen Awista. Die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung leert wöchentlich die Container und transportiert das Glas ab.

2. Station: Sammelstelle

Im Sammelfahrzeug, in dem Trennwände die Farbtrennung sicherstellen, geht es dann zur Umladeanlage nach Langenfeld. Awista leistet den Abtransport übrigens im Auftrag des Dualen System-Betreibers Reclay Systems, der für die Ausschreibung der Glas-Sammlung im Kreis Mettmann zuständig ist.

3. Station: Aufbereitung

Von Langenfeld gelangt das Altglas zur Glasrecyclinganlage der Firma Remondis nach Essen. Dort wird das Glas sortiert, von Verschlüssen und Fremdstoffen befreit. Und die Reise des Werkstoffes geht noch weiter: Denn nun sind die Glashütten am Zug, die das Glas einschmelzen – und letztlich wieder neu formen. Bei der Glasproduktion werden rund 60 bis 70 Prozent Altglas mit neuem Wertstoff vermischt, um eine Auffrischung herzustellen.

„Das ist im Prinzip ein unendlicher Kreislauf“, betont Axel Subklew, Regionalleiter von Reclay Systems. Damit sei Glas deutlich einfacher zu recyclen als andere Materialien wie zum Beispiel Kunststoff. Und im Gegensatz etwa zu Bestandteilen alter Plastikverpackungen könne Altglas auch bei der erneuten Nutzung wieder zur Lagerung von Lebensmitteln dienen. So wird aus den klirrenden Scherben des geleerten Gurkenglases vielleicht eines Tages ein neues Gurkenglas.