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Ratingen: Gemeinsam musizieren hält jung

Ratingen : Gemeinsam musizieren hält jung

Das Ratinger Senioren-Orchester begeistert bei seinen Konzerten das Publikum. Es sucht nach Mitstreitern. Gespielt werden bevorzugt Melodien aus Operetten und Filmen.

Das Neujahrskonzert im Homberger Treff hat es wieder einmal bewiesen: Ratingens Seniorenorchester unter der Leitung von Dirigent Hartwig Plawitzki begeistert regelmäßig mit seinem reichen Repertoire an schönen Melodien. Schlager, Operetten, Filmmusik oder Märsche, aus rund 200 Titeln kann das Ensemble schöpfen. Das Durchschnittsalter liegt inzwischen bei 75 Jahren — auch ein Grund, warum immer wieder nach "Musikernachwuchs" gesucht wird. "Besonders Violinen werden gesucht", sagt Ernesto Cebulla, Manager des Seniorenorchesters.

Musik in all ihren Facetten hat Cebulla schon immer fasziniert und begeistert. Als Kind begann der heute 83-Jährige Klavier zu spielen, im Laufe seines Lebens kamen weitere Instrumente wie Violine, Cello, Oboe oder auch Keyboard hinzu. Außerdem studierte der Diplom-Ingenieur Gesang in Essen.

Seit 2000 ist Cebulla Mitglied im Seniorenorchester, jeweils dienstagvormittags treffen sich die musikbegeisterten Rentner im evangelischen Gemeindezentrum in Lintorf und üben gemeinsam. Da hört man Streicher, Holz- und Blechbläser, Akkordeon, Klavier, Orgel und Schlagzeug — seit seiner Gründung 1982 hat sich das Ensemble zu einem vollen Salonorchester entwickelt. Wer regelmäßig übt, will natürlich auch gehört werden. "Höhepunkt ist natürlich immer unser Jahreskonzert im Stadttheater", erklärt Cebulla. Auch sonst ist das Seniorenorchester gern gesehener Gast in Ratingen. So spielten die Musiker im vergangenen Jahr ein Konzert im Haus Bethesda für Demenzkranke. "Da mussten wir unsere Titel vorher sehr sorgfältig auswählen", so Cebulla. Die Stücke mussten sowohl rhythmisch und melodisch als auch textlich geeignet sein, um bei den Zuhörern Emotionen und Erinnerungen zu wecken und sie auch zum Schunkeln oder Tanzen zu bewegen. "Das war keine einfache Sache, Märsche waren zum Beispiel von vornherein ausgeschlossen", erklärt Cebulla. Denn natürlich wollte man nicht aus Versehen Kriegserinnerungen bei den durchweg älteren Zuhörern wecken. So kam es, dass das Orchester vornehmlich Walzer und Tango spielte, und es erntete dafür jede Menge Applaus.

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Der älteste Musiker des Ensembles ist inzwischen übrigens 93 Jahre alt, derzeit gibt es 13 feste Mitglieder sowie einige Aushilfen, die einspringen können, wenn sie benötigt werden. Seit einigen Jahren spielt Ernesto Cebulla am Keyboard mit, um fehlende Stimmen ausgleichen zu können. Regelmäßig sondieren er und seine Mitstreiter in ihrem Umfeld die Lage, um neue Mitglieder für das Orchester zu finden. Vornehmlich Rentner, denn das Orchester probt vormittags. "Wer ein Instrument beherrscht, derzeit am liebsten die Violine, kann sich jederzeit bei uns melden", so Cebulla. In diesem Jahr möchte er sich noch einen großen Wunsch erfüllen. "Ich würde gerne das Hauptmotiv der Martha mit dem Orchester einstudieren." Ob es klappt, werden die Zuhörer spätestens beim Jahreskonzert im Oktober erfahren.

(cebu)