Kriminalität : Ratinger werden Skimming-Opfer

In mindestens drei Fällen versuchten Unbekannte, mit duplizierten EC-Karten Geld in Indonesien abzuheben. Ein Betroffener erstattete Anzeige bei der Polizei. Eine Anfrage bei der Postbank ergab nichts Auffälliges: „Uns liegen bezüglich einer möglichen Manipulation unseres Geldautomaten in Ratingen keine Informationen vor.“

Der Anruf kam von der Hausbank: Der Filialleiter der Bank, der seit Jahrzehnten das Vertrauen der Kundin genießt, rief freundlich an und fragte, wie und wo sie sich befinde. „Danke, gut.“ Und „Zu Hause“, kam die Antwort. Dann teilte er der Kundin mit, dass sich ein Duplikat der EC-Karte keinesfalls in Ratingen befinde, sondern in Singapore. Und es hätte jemand Geld von dem Konto abzuheben versucht.

So wie der Ratingerin erging es zwei weiteren Ratinger Bankkunden. Einer von ihnen hat Anfang der Woche Anzeige bei der Polizei erstattet. Einem Bekannten von ihm sei es ebenso ergangen. Allen drei Fällen ist gemein: Das Geld sollte oder wurde in Indonesien abgehoben.

Und noch eine Gemeinsamkeit haben die drei Ratinger: Sie haben Geld am Automaten der Postbank an der Poststraße abgehoben. So auch die Ratingerin. Die hatte gemeinsam mit ihrem Bankberater überlegt, wo sie in der jüngeren Vergangenheit Geld abgehoben hatte: in einem örtlichen Supermarkt, bei einem Einzelhändler, einem Discounter und eben an dem Geldautomaten an der Poststraße.

Eine Anfrage bei der Postbank ergab nichts Auffälliges: „Uns liegen bezüglich einer möglichen Manipulation unseres Geldautomaten in Ratingen keine Informationen vor. Auch haben wir seitens der Eurokartensysteme keine Rückmeldung über eine mögliche Skimming-Attacke an einem Postbank Geldautomaten erhalten“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Sollten die Sicherheitssysteme am Geldautomaten eine Skimming-Attacke detektieren, werde das Gerät sofort außer Betrieb genommen und durch einen Techniker zeitnah überprüft. „Auch hier liegen uns keine Meldungen für Ratingen vor.“

Zudem erklärt die Postbank, dass beim Skimming am Geldautomaten in vielen Fällen nicht der Kunde hafte, sondern die Bank für den entstandenen Schaden aufkomme. Mit einem Grundsatzurteil stärkte der BGH im November 2011 die Rechte des Verbrauchers nach Skimming-Angriffen. Erst wenn Banken beweisen können, dass bei beanstandeten Abbuchungen PIN und Originalkarte im Spiel waren, ist der Kunde in der Pflicht. Gerade deshalb sei es sehr wichtig, dass Verbraucher äußerst sorgfältig mit ihrer SparCard und PIN umgehen. Liege der Verdacht von Skimming vor, sei es wichtig, dass sich die betroffenen Kunden melden und eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei stellen.