Geht doch: Lernen in den Ferien

Ratingen : Geht doch: Lernen in den Ferien

Fünf Tage lang ist die Jugendherberge Götschenbeck ein „außerschulischer Lernort“ für Kinder aus ganz NRW.

Hier kann man nicht nur Ferien machen: Zwei Kilometer vor den Toren der Stadt liegt die Jugendherberge Götschenbeck am Waldrand. Hier werden die „LernFerien NRW“ mit dem Schwerpunkt „Lernen lernen“ angeboten. Sie richten sich an versetzungsgefährdete Schüler der 8. und der 9. Jahrgangsstufe aller Schulformen. In den fünftägigen Veranstaltungen arbeiten die Jugendlichen an ihren Grundfertigkeiten in Deutsch, Mathematik und Englisch, ihrer Lernmotivation und ihren sozialen Kompetenzen. Erfolgserleben sowie neue Lernzugänge und -methoden wecken und stärken die Lernmotivation und Anstrengungsbereitschaft für neue persönliche Zielsetzungen, um das Schuljahr erfolgreich abzuschließen.

Insgesamt 390 Jugendliche haben sich landesweit, meist auf Anraten ihrer Lehrer, zu einem der Programme in den insgesamt 19 Lerncamps angemeldet und werden dort von geschultem Personal betreut.

„In der zweiten Ferienhälfte nutzen 17 Achtklässler aus ganz NRW das Angebot hier in Ratingen. Die meisten von ihnen kommen vom Gymnasium. Sie sind in einem nicht ganz so einfachen Alter, sind meistens noch unsicher und unbeholfen. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich. Sie liegen im schulischen, familiären oder auch persönlichen Bereich. Vielen fehlt noch eine richtige Strategie bzw. Taktik, Aufgaben und Probleme zu bewältigen. Damit sind nicht nur die Aufgaben in der Schule gemeint, sondern auch die im alltäglichen Leben. Am Ende der Woche werden sicherlich keine Fachleute in Sachen Konzentration, Ausdauer und Geduld nach Hause gehen. Unsere Intention ist es vielmehr, bei den Jugendlichen Impulsen zu setzen und ihnen zu vermitteln, dass diese Eigenschaften überall im Leben bei der Erfüllung von Aufgaben notwendig sind“, erklärte Dan Oertel. Er leitete das Camp in Ratingen.

Auf dem Wochenplan stehen dafür zunächst einmal einige Einheiten zum Einstimmen auf die gemeinsame Woche und das gegenseitige Kennenlernen. An den Folgetagen gibt es Unterrichtseinheiten, in denen die Schüler in kleinen Lerngruppen Hilfestellungen und Verbesserungsvorschläge bei ihren Arbeiten erhalten. Aber auch Ausflüge in die Natur oder Besuche vom Waldpädagogen Schnurbusch aus Düsseldorf mit seinen Greifvögeln oder dem Unterricht im Bogenschießen stehen auf dem Stundenplan. Jill (14) aus Köln war anfangs nicht so begeistert von den LernFerien. „Meine Eltern wollten, dass ich teilnehme. Ich war dann doch einverstanden, weil ich dachte, dass ich sicherlich einige nützliche und wichtige Erfahrungen sammeln könnte. Anfangs fand ich es gar nicht gut hier, alle waren irgendwie verschlossen. Aber nach dem ersten Kennenlernen macht es jetzt richtig Spaß. Ich habe schon einige wichtige Tipps erhalten“, erzählte sie. Campkollege Mohamad ist 15 und kommt aus Datteln. „Ich bin jetzt schon zum dritten Mal dabei. Es macht mit immer noch sehr viel Spaß und es wird nicht langweilig. Ich lerne immer noch etwas dazu, weil jeder Betreuer andere Ansätze hat. Das Camp hat mit schon viel geholfen. Ich kann besser lernen und mich besser konzentrieren“, sagte der aus Syrien stammende Schüler. Außerdem habe ihm das Camp beim Deutsch lernen geholfen.

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