Kreis Mettmann: Gefahrenherd Kaminofen

Kreis Mettmann: Gefahrenherd Kaminofen

Im Winter heizen manche Öfen im Dauerbetrieb. Oft verrußt der Schornstein mangels Pflege der Feuerstätte und entzündet sich. Tipp: Man sollte auch die Ofenrohre regelmäßig reinigen. Die Feuerwehr rät: Den Brand auf keinen Fall selber löschen.

In der kältesten Zeit des Jahres rückt die Feuerwehr in ganz Deutschland immer wieder aus, um Kaminbrände zu löschen. Der Grund: Bei frostigen Temperaturen heizen manche Öfen im Dauerbetrieb. Oft verrußt der Schornstein mangels Pflege der heimischen Feuerstätte und entzündet sich. Aufgrund der Rauchentwicklung und der heißer werdenden Wände im Haus rufen Familien die Feuerwehr — und das ist auch gut so.

Denn einen solchen Brand sollte man auf keinen Fall selber löschen, betonte Feuerwehr-Sprecher Joachim Herbrand. Im Fall der Fälle zieht selbst die Wehr einen Experten zu Rate: den Schornsteinfeger. Kaminbrände werden aufgrund der rasend schnellen Erhitzung nicht mit Wasser gelöscht (Explosionsgefahr), sondern mit Pulver. Herbrand rät: "Man sollte auf jeden Fall die Kamine regelmäßig von einem Fachmann überprüfen lassen, das ist das A und O."

Ulrich Benders, Schornsteinfegermeister im Bezirk Mettmann, empfiehlt, die Kaminrohre, also die Verbindung zwischen Ofen und Schornstein, einmal im Jahr zu reinigen. "Frei laufende Rohre kann man selbst säubern, etwa mit einer Kesselbürste, einem Handfeger oder einem Staubsauger", sagt der 45-Jährige. Schwieriger wird es bei eingemauerten Kaminen. "Da sollte ein Schornsteinfeger ran", empfiehlt Benders.

Roland Adams, Bezirksschornsteinfeger aus Ratingen, weist in diesem Zusammenhang auf eine Tatsache hin, die kaum jemand kennt: Der Schornsteinfeger ist nur fürs Fegen des Schornsteins zuständig. Für die Verbindung vom Kaminofen zum Schornstein ist der Betreiber verantwortlich. Wird das Rohr nicht regelmäßig gereinigt, können sich dort die Ablagerungen entzünden — dann brennt das Rohr. Das ist mal in einem Haus an der Straße Auf der Aue in Ost passiert. Kurz vorher war noch gefegt worden — aber eben nur der Schornstein.

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Beratung ist Pflicht

Während die Familien bei einem Brand chancenlos und auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sind, können sie aber einiges tun, um den Gefahrenherd gar nicht erst aufkommen zu lassen. Neben der regelmäßigen Reinigung sollte man darauf achten, was man in den Ofen wirft. "Da sollte nur trockenes, naturbelassenes Holz rein", sagt Ulrich Benders. Was in einem Ofen gar nichts zu suchen hat, sind Tannenbäume, Papier und Pappe sowie lackiertes Holz. Rahner ergänzt, dass ein Einsatz bei einem Kaminbrand im Grunde nicht kostenpflichtig ist.

"Wer den Ofen aber falsch beheizt, der kann in Regress genommen werden", warnt er. "Eine Feuerstelle sollte zudem nie mit zu viel Holz überlastet werden", sagt Benders. Er verweist darauf, dass "Feuer eine Ur-Gewalt ist, von der wir wissen müssen, wie man sie richtig lenkt und steuert". Darum sei laut Bundesimmissionsschutzgesetz neuerdings eine Beratung für Ofen-Besitzer Pflicht.

"Wer einen neuen Ofen hat, muss diesen kontrollieren lassen, bevor er angeschmissen wird", sagt Benders. Zwar liege bei den Öfen eine Beschreibung bei. Allerdings solle man sich zeigen lassen, wie man den Ofen richtig anzündet."

(RP/rl)
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