Pogrom : Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Pogrom : Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

(sade) „Erinnern tut weh. Es löst Entsetzen aus und lässt uns verstummen und aufschreien zugleich. Aber es ist auch für uns selbst notwendig, damit wir den unauflöslichen Zusammenhang von Erinnerungs- und Zukunftsfähigkeit begreifen.“ Die Worte, die 1996 die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus fand, haben Ewigkeitswert.

Am Freitagabend, 9. November, wurde anlässlich des 80. Jahrestags der Pogrome 1938 in der Alten Kirche der 24 Heiligenhauser gedacht, die – einst anerkannte Mitglieder des Stadtgeschehens – aufgrund ihres Glaubens gejagt, deportiert und von den Nationalsozialisten ermordet wurden – weil sie Juden waren.

Es waren Heiligenhauser, die unter anderem in den Konzentrationslagern Auschwitz oder Izbica vor den Augen ihres Kindes erschossen wurden, 40 Minuten lang in der Gaskammer der Tötungsanstalt Schloss Hartheim um ihr Leben rangen oder deren Todesursache und Todesort bis heute ungeklärt blieben. Die evangelische Kirche und der Stadtmarketing-Arbeitskreis „Kultur“, allen voran deren Sprecherin Ruth Ortlinghaus, hatten zur Nacht der Erinnerung geladen; gemeinsam mit dem Gospel-Chor der Singing People, den Konfirmanden und dem Musiker Reinald Noisten gedachten die Besucher in der voll besetzen Alten Kirche der bewegenden Schicksale.

„Damals schwieg die Kirche – leider“, sagte Pfarrerin Kirsten Düsterhöfft. „Umso wichtiger ist es, dass wir daran erinnern und dass wir damit viele Menschen erreichen“, fand auch Ortlinghaus.

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