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Ratingen: Ganz Lintorf kämpft für einen Verein

Ratingen : Ganz Lintorf kämpft für einen Verein

Ein Stadtteil auf den Barrikaden: Dezernent Rolf Steuwe (CDU) hat den Förderverein des Jugendzentrums Manege Lintorf hinausgeworfen. Der Streit schwelte schon lange. Den Jugendamtsmitarbeitern waren die erfolgreichen Aktivitäten der Ehrenamtlichen, die seit Jahren bei ihren Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stets für ein volles Haus sorgten, ein Dorn im Auge. Nun fand sich ein "Hebel", um die ungeliebte Konkurrenz endlich loszuwerden. Bekanntlich hat der Förderverein Umbau, Dachsanierung und den Anbau finanziert. Kosten: knapp eine Million Euro. Fast alles war durch die Erlöse der Veranstaltungen bereits abbezahlt. Dann forderte vor einem Jahr das Finanzamt Körperschaftssteuer und auch die Stadt wollte plötzlich Gewerbesteuer haben. Damit hatten die Ehrenamtlichen nicht gerechnet.

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p class="text">Ein Stadtteil auf den Barrikaden: Dezernent Rolf Steuwe (CDU) hat den Förderverein des Jugendzentrums Manege Lintorf hinausgeworfen. Der Streit schwelte schon lange.

Den Jugendamtsmitarbeitern waren die erfolgreichen Aktivitäten der Ehrenamtlichen, die seit Jahren bei ihren Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene stets für ein volles Haus sorgten, ein Dorn im Auge. Nun fand sich ein "Hebel", um die ungeliebte Konkurrenz endlich loszuwerden. Bekanntlich hat der Förderverein Umbau, Dachsanierung und den Anbau finanziert. Kosten: knapp eine Million Euro. Fast alles war durch die Erlöse der Veranstaltungen bereits abbezahlt. Dann forderte vor einem Jahr das Finanzamt Körperschaftssteuer und auch die Stadt wollte plötzlich Gewerbesteuer haben. Damit hatten die Ehrenamtlichen nicht gerechnet.

Der Verein konnte die Raten an die KfW nicht mehr bezahlen, auch die letzte Rate an die Stadt fiel zugunsten der Gewerbesteuer in fast gleicher Höhe aus. Man bat um Stundung. Vergeblich. Bei anderen Vereinen, das meint der Pitter gehört zu haben, hat sich die Stadt aber schon ganz anders gezeigt.

Vermutlich ging man bei der Stadt davon aus, dass der KfW-Kredit, für den sie bürgt, schon getilgt war und schickte die Kündigung raus. Sonst hätte man ja warten können, bis alles bezahlt ist und der Mohr seine Schuldigkeit getan hat. Nun ist dem Verein der Boden entzogen worden: ohne Veranstaltungen keine Einnahmen, also auch keine Tilgung. Der Steuerzahler muss nun etwa 165 000 Euro für die Bürgschaft aufbringen. Beim Verein ist man sicher, dass man die letzten Raten noch hätte bezahlen können — wenn man die Gewerbesteuer auf Eis gelegt hätte.

Die Lintorfer fürchten um die vielen Angebote des Fördervereins, der mit örtlichen Vereinen, der Bruderschaft und der Werbegemeinschaft Lintorf viel auf die Beine gestellt hat. Im Internet und in Geschäften werden Unterschriften gesammelt. Da braut sich was zusammen, meint EUER PITTER

(RP)