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Galerist aus Ratingen stellt Auschwitz-Fotos aus

Schau in Bottrop : Galerist stellt seine Auschwitz-Fotos aus

Peter Maria Schäfer ist nicht nur Inhaber der „Galerie des Wahnsinns“ an der Papiermühle, sondern auch Fotograf und Filmemacher. Seine großformatigen Fotos zeigt er nun in Bottrop.

In Ratingen hat der Galerist Peter Maria Schäfer mit ganz unterschiedlichen Ausstellungen in seinen Räumen unten im Angertal am Papiermühlenweg auf sich aufmerksam gemacht. Aber – er ist auch Fotograf, hat an der Folkwang Hochschule bei Angela Neuke und Jürgen Klauke Fotografie studiert. Heute arbeitet er als Fotograf und Filmemacher. In den vergangenen Jahren  beschäftigte er sich unter anderem mit dem Themenkomplex Auschwitz sowie dem Krieg in Bosnien und veröffentlichte dazu Beiträge für den WDR, die ARD und für RTL.

Diese engagierte Arbeit ist nun in eine Ausstellung mit dem Titel „Spuren –Traces“ eingeflossen, die bis zum 19. März im B12-Kulturzentrum an der Böckenhoffstraße in Bottrop gezeigt wird. Präsentiert werden beeindruckende großformatige Fotos, die Schäfer im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz aufgenommen hat und mit denen er dem Holocaust-Überlebenden  Tadeusz Szymanski ein Denkmal setzt.

Dieser Tadeusz Szymanski, der bei seiner Einlieferung 1941 in Auschwitz-Birkenau schwer erkrankt und deshalb bereits selektiert war, überlebte, weil man an ihm als lebendem „Versuchsobjekt“ den Verlauf von Fleckfieber studieren wollte. Der Weg nach Auschwitz war nicht direkt – in den 1980er Jahren ist Schäfer unzählige Male nach Polen gefahren und hat in Kattowitz und Warschau Freundschaften geschlossen.

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Seine Porträts von Menschen führten zu einer Einladung zum Internationalen Performance-Festival von Kattowitz, wo er seine Performance „Freiheit ist …“ mit Johannes Heinrich aufführte. Seine Kontakte sind in der Folge immer enger geworden – so lebte er eine Zeit lang in Warschau und inszenierte dort am Jüdischen Theater. Nach seiner Performance in Kattowitz schließlich ist er zum ersten Mal in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz gefahren und hat eben dort Tadeusz Szymanski kennen gelernt. Der politische Häftling war als Holocaust-Überlebender und nach der Befreiung nach Auschwitz zurückgekehrt, um dabei zu helfen, auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eine Gedenkstätte und ein Museum zu errichten.

Peter Maria Schäfer hat das Gesehene und Erlebte so gefesselt, dass er in den folgenden Jahren immer wieder nach Polen gefahren ist und drei künstlerische Projekte verwirklichte. Zuletzt realisiert er nun unter dem Titel „Traces. Spuren“ ein fotografisches Projekt mit großformatigen Fotos. Und die werden nun  der Öffentlichkeit präsentiert und erscheinen auch in einem gleichnamigen Buch.

Für den Band ist Peter Maria Schäfer mit seiner Großbild-Plattenkamera, einer Atelierkamera, mehrfach nach Auschwitz gefahren. Er entschied sich für diese Atelierkamera aus Holz mit einem festen Stativ, um ganz bewusst mit seiner Fotografie einen besonderen Ausdruck zu erzielen. Dazu machte er bei geöffneter Blende Langzeitbelichtungen. Schäfer beleuchtete mit einem Handblitz bei geöffneter Blende seiner Großbildkamera die Tatorte der SS-Mörder und bannte die Fotos auf jeweils 13 x 18 cm große Negative. Mit seinen Bildern ist er auf der Spur des Schreckens und versucht, die beklemmende Atmosphäre mit seiner Kamera einzufangen. So bringt Peter Maria Schäfer mit seinen Fotografien in doppelter Hinsicht Licht ins Dunkel.

Zusammen mit seinem Freund Johannes Heinrich, der ihm als Kameraassistent zur Seite stand, hat er tagelang, auch nachts, in der Dunkelheit diese Orte aufgesucht, sie beleuchtet und folgte so systematisch seinen Empfindungen.

Die Ausstellung kann montags, dienstags und mittwochs nach Vereinbarung besucht werden. Donnerstags ist sie von 16 bis 19 Uhr, freitags von16 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint unter gleichem Namen ein Buch (ISBN 978-3-86442-3281-2). Es umfasst 48 Seiten, kostet 24,80 Euro.