1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratingen: Für West ist kein neues Gewerbe in Sicht

Ratingen : Für West ist kein neues Gewerbe in Sicht

An drei Orten will der Rat Flughafenparkplätze ausschließen. Doch auf "hochwertiges Gewerbe" wartet ein Grundstücksbesitzer vergeblich.

West Seit dem Frühjahr haben teils illegale Großparkplätze für Flughafen-Gäste Bürger, Politik und Stadtverwaltung in Atem gehalten. Nach den ersten Bürgerbeschwerden, als sich ein Freigelände am Blauen See, mitten im Landschaftsschutzgebiet, plötzlich mit Hunderten von Autos füllte, stellte sich schnell heraus, dass die Möglichkeiten, dem Treiben Einhalt zu gebieten, relativ begrenzt sind.

Wie berichtet, beschloss jetzt der Rat, an drei anderen Orten in West und Tiefenbroich durch Änderungen am Bebauungsplan künftig Nutzungen als Großparkplätze auszuschließen. Stattdessen setze man auf hochwertiges Gewerbe, so die Stadt. Doch zumindest in West wartet ein Grundstücksbesitzer seit bald 50 Jahren auf solches Gewerbe: Es sei nichts in Sicht. Der Stadt sei die Fläche wiederholt vergeblich angeboten worden.

Es geht konkret um ein Gelände an der Straße Am Sandbach/Dechenstraße. Es ist seit vielen Jahren nur teilweise bebaut, unterschiedliches Gewerbe hat sich dort angesiedelt. Den südlichen Teil, der etwa ein Drittel der Fläche ausmacht, hat sich die Natur erobert.

  • Das Klinikum NIederberg bietet Informationen für
    Infos am Klinikum Niederberg : Patientenforum zum Thema Arterienverkalkung
  • Oldtimer-Händler Michael Fröhlich neben dem Brezel-Käfer.
    Heiliges Blechle in Mettmann : „Kraftwerk“-Käfer geht nach Florida
  • Den Weihnachtswald wird es von Donnerstag
    Advent in Heiligenhaus : Einstimmung auf Tage im Lichterglanz

Für dieses Gelände hatte der Besitzer im Juni eine Bauvoranfrage gestellt: Er wollte dort 312 neue Parkplätze einrichten, mit Shuttle-Service zum Flughafen. Nach dem bestehenden Bebauungsplan wäre ein solches Vorhaben zulässig gewesen. Doch die Verwaltung sah das anders: Städtebaulich solle "dieses Gewerbegebiet in erster Linie für hochwertige Formen der Gewerbenutzung" vorgehalten werden. Und: "Das geplante Vorhaben verhindert die Ansiedlung der gewünschten Gewerbearten für Verwaltung, Dienstleistung und Produktion", die dort zulässig seien.

Der Besitzer sieht das ganz anders: Seit etwa 1960 sei das Gelände immer wieder der Stadt angeboten worden, aber offenbar habe es keinen Interessenten geben. Von der Verwaltung habe es auch keine Vorschläge für die "hochwertige Nutzung" gegeben. Insofern fehle das Verständnis dafür, dass nun ein Gewerbe blockiert werde, das immerhin auch ein paar Arbeitsplätze schaffe und für Gewerbesteuereinnahmen sorge. Denn das Geschäft mit Flughafen-Parkservice sei nach wie vor sehr lukrativ. Und: Man wäre selbstverständlich bereit, die Parkplätze sofort zurückzubauen, sollte tatsächlich doch noch ein Interessent für hochwertiges Gewerbe auftauchen. Das gehe doch schnell.

Das seit 60 Jahren brachliegende Gelände sei für einen Parkplatz geradezu ideal: Ringsherum gebe es nur Gewerbefläche, eine Seite gar grenze an die Parkhäuser des Lindwurms. Ein Zu- und eine Ausfahrt könnten für staulosen Verkehr sorgen. Und: Es gebe wegen der Lage keine Verkehre durch die gesamte Stadt. Über eine Klage werde derzeit noch nachgedacht.

In der Ratssitzung wurde beschlossen, für zwei weitere Gelände Großparkplätze auszuschließen: in Tiefenbroich, zwischen Am Roten Kreuz, Christinenstraße und Daniel-Goldbach-Straße sowie Am Schimmersfeld zwischen Borsigstraße und Am Roten Kreuz. Anders als im Fall Blauer See sind der Ordnungsbehörde die Hände gebunden, wenn Service-Unternehmen die Autos ihrer Kunden im öffentlichen Raum abstellen. Aber auch dort kommt es regelmäßig zu Protesten der Anwohner.

(RP)