Homberg: Freilaufender Hund reißt Rehkitz im Angertal

Homberg : Freilaufender Hund reißt Rehkitz im Angertal

Jäger machen Hundebesitzer noch einmal darauf aufmerksam, dass dort Leinenpflicht besteht.

Ein unschönes Ende nahm in der vergangenen Woche ein Spaziergang durchs Angertal. Zwischen Auermühle und Müschenau entdeckten Spaziergänger plötzlich neben dem Weg ein schwer verletztes Rehkitz. Sofort alarmierten sie die Polizei, die wiederum den zuständigen Jäger informierte.

Als die Polizisten eintrafen, war das etwa vier bis fünf Wochen alte Kitz allerdings aufgrund der schweren Verletzungen schon verendet. "Es war kein schöner Anblick", sagt Jäger Markus Ferber, der sein Revier in Homberg hat. "Das Kitz hat deutliche Bissspuren am Körper sowie einen gebrochenen Hinterlauf."

Dieser Fall ist leider kein Einzelfall. "Dass freilaufende Hunde Wildtiere jagen und töten, kommt seit einiger Zeit immer häufiger vor", so Ferber, "diese Zahlen sind stark gestiegen." Manchmal haben Rehe oder Kaninchen Glück und kommen mit dem Schrecken davon, oft werden sie aber regelrecht zu Tode gehetzt. "Sie rennen dann, bis sie nicht mehr weiterkommen, etwa an einem Zaun, und verenden dann dort." Den Grund haben Markus Ferber und die anderen Ratinger Jäger längst ausgemacht: "Die Leute haben ihre Hunde nicht unter Kontrolle und lassen sie trotzdem freilaufen." Regelmäßig sprechen die Jäger die Hundebesitzer an und machen sie auf die Leinenpflicht aufmerksam. Im Angertal wurden dazu extra Schilder installiert.

Bei Hundebesitzern stoßen sie dabei oft auf wenig Gegenliebe und bekommen immer die gleichen Antworten: "Das hat mein Hund noch nie gemacht", "Mein Hund hört gut" oder "Meinen Hund habe ich im Griff". Dass es eben nicht so ist, wollen viele nicht hören. "Sobald ein Hund 40 bis 50 Meter außer Reichweite ist, ist es ganz schwer, ihn wieder abzurufen", erklärt Ferber, "vor allem, wenn er im Wald herumstöbert und etwas Interessantes entdeckt hat." Ist der Jagdtrieb erst einmal geweckt, ist es auch schon zu spät. Dazu kommt, dass gerade jetzt im Frühsommer überall der Tiernachwuchs aufgezogen wird. "Wir können die Spaziergänger nur immer wieder höflich bitten, Rücksicht zu nehmen und die Hunde an die Leine zu nehmen", so Ferber.

Wenn er oder einer seiner Kollegen einen Hund beim Wildern erwischt, versuchen sie natürlich, ihn zu fangen oder zumindest von seinem Opfer abzuhalten. Den Hundebesitzer erwartet in jedem Fall eine Anzeige.

Denn es gilt die Regel: Im Wald müssen Hunde außerhalb von Wegen angeleint sein. Damit sind Spaziergänge in Begleitung eines auf dem Waldweg frei laufenden Hundes zwar gestattet, aber nur, solange der Hund unter Kontrolle seines Halters auf dem Weg bleibt.

(cebu)