1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Frauenhäuser im Kreis Metmann an der Kapazitätsgrenze

Politik im Kreis Mettmann : SPD-Kreistagsfraktion macht sich für Frauen stark

Mit Bundesmitteln könnten Hilfsangebote für Opfer von häuslicher Gewalt verbessert werden. Frauenhäuser in der Region sind belegt. SPD im Kreistag will Hilfsangebote forcieren.

Zu den Folgen der Corona-Pandemie gehört auch eine erhöhte Gewaltbereitschaft im familiären Umfeld, vor allem gegen Frauen. Notfalltelefone der Sozialverbände und von Trägern der Frauenhäuser weisen auch im Kreis Mettmann traurige Rekordzahlen auf. Familienministerin Giffey erneuerte deshalb ihre Forderung die Plätze für Opfer häuslicher Gewalt deutlich zu erhöhen.

Eleonore Altvater (SPD), stellvertretende Vorsitzende im Sozialausschuss des Kreises Mettmann: „Mit dem Bundesförderprogramm Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen fördert das Bundesfrauenministerium den Ausbau von Hilfseinrichtungen für gewaltbetroffene Frauen sowie den Erwerb geeigneter Immobilien für Wohnprojekte. Weitere Modellprojekte – beispielsweise zur Qualifizierung von Fachkräften oder zur Weiterentwicklung von Beratungsangeboten – sollen gefördert werden können.“ Der Bund stellt 120 Millionen Euro zur Verfügung.

Es ist außerdem bekannt, dass regionale Frauenhäuser häufig weder barrierefrei oder barrierearm sind, noch dass es eigene Nasszellen für männliche Jugendliche gibt, sodass Frauen mit älteren Jungen abgewiesen werden müssen.

Laura Niehof, Sprecherin der SPD im Sozialausschuss: „Die Kapazitätsgrenzen scheinen aufgrund steigender Bedarfe auch im regionalen Umfeld erreicht. Die Grenzen sind auch deshalb erreicht, da Frauen mangels zur Verfügung stehender, geeigneter Wohnungen lange im Frauenhaus verweilen müssen. Da Opfer häuslicher Gewalt nicht wohnortnah untergebracht werden sollten, ist hier eine regionale Kooperation notwendig.“

Mit einer Anfrage im Sozialausschuss am 8. Februar will die SPD prüfen lassen, ob die Region über genügend Schutzräume für Opfer häuslicher Gewalt verfügt und ob und wie das Bundesprogramm auch für Verbesserungen im Kreis Mettmann genutzt wird.