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Ratingen: Frau und Beruf: Entdecke die Möglichkeiten

Ratingen : Frau und Beruf: Entdecke die Möglichkeiten

Chantal (16) möchte Dekorateurin werden, Svenja (16) Innenarchitektin. Andere Schülerinnen der zehnten Klasse der Liebfrauenschule geben "Ergotherapeutin" als Berufswunsch an, oder möchten später mal "irgendwas im Büro" machen. So weit, so klassisch die Berufswünsche der jungen Frauen, die sich gestern im Lesecafé des Medienzentrums buchstäblich ein Bild davon machen konnten, dass Frauen sich durchaus in anderen Domänen behaupten können. Als Steinbildhauerin und Steinmetzin etwa, wie Lisa Lepper aus Ratingen.

Oder als Architektin mit dem Schwerpunkt Bauschäden wie Silke Plumanns aus Hösel. Oder als Geschäftsführerin, Kampfsportmeisterin, Ingenieurin, Finanzmaklerin, Tierärztin, Goldschmiedin, Schornsteinfegermeisterin oder Fahrlehrerin. Hat die Wanderausstellung "FrauenWerke – Unternehmerinnenportraits aus dem Kreis Mettmann", die seit gestern in Ratingen Station macht und jungen Frauen Mut machen will, die Palette der beruflichen Möglichkeiten zu erweitern, nun Wirkung gezeigt oder nicht? Chantal und Svenja hat die Schau in 20 Bildern "Spaß gemacht".

Auch von der Kurzbiografie der selbstständigen Architektin Plumanns, die als "Miss Marple der feuchten Keller" sogleich allerhand Punkte im Publikum sammelte, zeigten sich die Schülerinnen zwar beeindruckt, setzen aber in Sachen Berufswunsch erst einmal weiter aufs dekorative Fach. "Es gibt eben noch viel zu tun", kommentiert Plumanns. Gabriele Lange von der Arbeitsagentur Düsseldorf weiß, dass "55 Prozent der Schülerinnen sich bei der Berufswahl auf zehn klassische Berufe einschränken.

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RP-Foto: Archiv/abz
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Technisch orientierte Berufe sind nicht darunter." In den Bereichen Elektrotechnik und Ingenieurswissenschaften, die allgemein immer weniger nachgefragt würden, tummelten sich gerade einmal 5,5 Prozent Frauen – "viel zu wenige", so Lange. Auch der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Andrea Töpfer und Alina Cakal-Rasch (Fachstelle Frau & Beruf) ist das Problem bekannt. Vielleicht bringt die Schau, die unternehmerische Fähigkeiten von Frauen dokumentiert, das Bild vom Unternehmer als Mann mit Schlips und Kragen bei der einen oder anderen Betrachterin aber doch nachhaltig ins Wanken.

Die Chance dazu gibt es bis zum 30. April im Lesecafé des Medienzentrums, Peter-Brüning-Platz 3.

(RP)