1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Förderprogramme werden verlängert

Ratinger Klimaschutz : Neue Fördergelder für Solarenergie

Der Rat hat beschlossen: Aufgrund der Erfahrungen mit den teilweise sehr schnell erschöpften Fördermitteln im laufenden Jahr werden die Förderbedingungen angepasst. Auch die Dachbegrünung bleibt weiter im Blick.

Die städtischen Förderprogramme für Solarenergie und Dachbegrünungen werden auch in den kommenden beiden Jahren fortgesetzt. Aufgrund der Erfahrungen mit den teilweise sehr schnell abgerufenen Fördermitteln im laufenden Jahr 2021 wurden die Förderbedingungen angepasst. Das hat der Rat entschieden. So wurde das Gesamtförderbudget für Solarenergie auf 300.000 Euro pro Jahr verdoppelt. Damit mehr Bürger eine Förderung bekommen, wurde gleichzeitig der Förderhöchstbetrag für Photovoltaik (PV)-Anlagen auf 3.000 Euro gedeckelt. Die Förderhöhe beträgt 100 Euro pro Kilowattpeak (kWp).

Stromspeicher werden ebenfalls weiter gefördert, allerdings nur in Kombination mit der Errichtung einer Photovoltaik-Anlage, denn dies sei das eigentliche Ziel des kommunalen Förderprogramms, so die Stadt. Die Fördersumme beträgt 50 Euro je Kilowattstunde und maximal 2.000 Euro. Nach wie vor werden auch Steckdosenmodule gefördert.

Für Dachbegrünungen stehen insgesamt 50.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Ab 2022 können maximal 3.500 Euro für eine extensive und 7.000 Euro für eine intensive Dachbegrünung ausgezahlt werden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Flächengröße (mindestens zehn Quadratmeter, 15 bzw. 30 Euro je Quadratmeter).

  • Einblick in den Betrieb bei Wuppermann.
    Wuppermann AG in Leverkusen : „Wir brauchen bezahlbaren grünen Strom“
  • Die Edeka-Kreuzung in Ost ist vielbefahren.
    Verkehr in Ratingen Ost : Rat gibt mehr Geld für Edeka-Kreuzung
  • Der Wunsch ist einhellig: Es soll
    Fünf Gebäude sind im Fokus : Politiker diskutieren über Standorte für Solaranlagen in Kevelaer

Rückblende: Mit dieser Antragsflut hat man bei der Stadt überhaupt nicht gerechnet. Erst am 1. August 2021 ist das neue Förderprogramm Solarenergie in Ratingen an den Start gegangen mit dem Ziel, die Energiewende in der Stadt zu beschleunigen.

Mit riesigem Erfolg: Innerhalb von nur zwei Wochen waren bereits mehr als 80 Förderanträge bei der Stadtverwaltung eingegangen – von Vorhaben für neue Photovoltaik-Anlagen über Stromspeicher bis hin zu Balkonmodulen. Damit war das Budget für 2021 in Höhe von 150.000 Euro schnell ausgeschöpft, für das Jahr 2022 hatte der Rat jedoch bereits weitere 150.000 Euro Fördermittel beschlossen.

Einen derart starken Rücklauf hatte die Stadtverwaltung nicht erwartet. 44 PV-Anlagen, 43 Stromspeicher und sieben Balkonmodule wurden damals bereits bewilligt. Die Fördersumme von 150.000 Euro verteilte sich dabei zu etwa 70 Prozent auf Stromspeicher und zu etwa 30 Prozent auf PV-Anlagen.

Umweltdezernent Martin Gentzsch war begeistert über den großen Erfolg des Projektes. Er betonte: „Diese Resonanz zeigt uns deutlich, wie groß die Bereitschaft der Ratinger Bevölkerung ist, einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten, und sie zeigt, welch große Rolle dabei Photovoltaik spielen kann.“

Mit dem Förderprogramm will die Stadt die Energiewende in Ratingen forcieren und den Ausbau von Solarenergie fördern. Zuschüsse gibt es also für neue Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und Steckdosenmodule. Während PV-Anlagen den klimafreundlichen Strom generieren, ermöglicht der Stromspeicher dessen tageszeitenunabhängige Nutzung. Das ist laut Stadt vor allem für Berufstätige attraktiv, die tagsüber nicht zu Hause sind und daher den Solarstrom nicht direkt verbrauchen können.

Steckdosenmodule sind hingegen besonders für Mieter oder Wohnungseigentümer interessant, die keine private Dachfläche besitzen. Die Module lassen sich ganz einfach zum Beispiel am Balkongeländer befestigen, und schon kann klimafreundliche Energie im eigenen Haushalt genutzt werden.

„Mit dem neuen Förderprogramm will die Stadt alle unterstützen, die den Klimaschutz und den Ausbau von Solarenergie in Ratingen voranbringen möchten“, erklärte Gentzsch, „jede neue PV-Anlage ist ein wichtiger Beitrag und bringt unsere Stadt den gesetzten Klimaschutzzielen ein Stück näher.“ Die Botschaft von Rat und Stadt ist klar: Klimaschutz braucht klare Ziele.