Ratingen: Fluglärm: Staatssekretär lässt Daten prüfen

Ratingen : Fluglärm: Staatssekretär lässt Daten prüfen

Das Bemühen, Fluglärm vor allem in den Nachtstunden zu reduzieren, ist nicht nur zu Wahlkampfzeiten ein brisantes Thema. Doch kurz vor der Bundestagswahl rückt die Debatte um Flugbewegungen, Messwerte und Lärmschutzzonen erneut deutlich in den Blickpunkt.

Nun gab es in Düsseldorf auf Einladung der Bürger gegen Fluglärm, des HBV Lohausen und der Siedlergemeinschaft Lohausen eine Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten. Vertreter der CDU und FDP fehlten. Wer kam? Michael Müller (SPD), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltamt, Bärbel Höhn (Grüne), stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, und Landtagsvizepräsident Oliver Keymis (Grüne).

Höhn betonte im Düsseldorfer Max-Planck-Gymnasium, dass Folgen des Luftverkehrs wie Lärm, Abgase und Klimaauswirkungen weit unterschätzt würden. Sie forderte mehr Transparenz und Ehrlichkeit ein — auch mit Blick auf die vom Flughafen erhobenen Messdaten. Müller wiederum betonte, dass er dem Bundesumweltamt den Auftrag erteilt habe, die Datengrundlagen für die Fluglärmberechnung am Düsseldorfer Flughafen zu überprüfen. Keymis sprach sich für ein nachhaltiges Luftverkehrskonzept des Bundes, aber auch des Landes aus. So könne es nicht sein, dass sich die Flughäfen beispielsweise um den "40. täglichen Flug nach München streiten".

Christoph Lange, Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm, erklärte: "Wir wollen am 20. April 2010 in Meerbusch die verkehrspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen und den Landesverkehrsminister befragen. Wir sind sehr gespannt, ob sich dort alle der Diskussion stellen werden."

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Das neue Fluglärmgesetz sei handwerklich schlecht gemacht, kritisierte Lange. Man werde sich weiter gegen den Fluglärm wehren, zur Not vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

(RP)
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