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Ratingen: Flüchtlingskinder warten auf Spielgeräte

Ratingen : Flüchtlingskinder warten auf Spielgeräte

Stadt unter Zugzwang: Die Arbeiten an der Außenanlage der Unterkunft Am Gratenpoet verzögern sich seit Wochen.

Im vergangenen Herbst zogen die ersten Flüchtlinge in die neue Unterkunft Am Gratenpoet. Die Außenanlagen sollten in diesem Frühjahr fertiggestellt werden, damit sich gerade die Kinder auch im Außenbereich aufhalten und dort spielen können. Doch bis jetzt ist dort nichts geschehen, lediglich ein Müllplatz wurde von der Stadt hergerichtet. Die SPD mahnt jetzt die Fertigstellung der Außenanlagen, insbesondere der Spielmöglichkeiten, an. Die dazu benötigten Mittel seien schließlich im Etat beschlossen, der Haushalt inzwischen rechtskräftig geworden.

Natürlich sei allen klar, dass durch den Pfingststurm Ela die Kräfte der Verwaltung anderweitig gebunden waren. Inzwischen seien die meisten Arbeiten aber erledigt. "Außerdem werden Aufträge wie an der Unterkunft von Drittfirmen erledigt, es ist also nicht klar, warum die Arbeiten noch nicht durchgeführt worden sind", erklärt Christian Wiglow, SPD-Fraktionsvorsitzender.

Auch im Bau- und Vergabeausschuss sei das Thema Gratenpoet, dessen Konzept längst beschlossen ist, noch nicht auf der Tagesordnung erschienen, dabei müssen etwaige Maßnahmen dort erst einmal vergeben werden. "Es gibt aber Menschen, die auf dieser Baustelle in der Unterkunft leben müssen", mahnt Wiglow. Gerade für die Kinder sei es schlimm, draußen nicht richtig spielen zu können. In der Flüchtlingsunterkunft sind zahlreiche Familien mit Kindern, darunter Babys, Kleinkinder sowie schulpflichtige Kinder, untergebracht. Geplant sind dort die Errichtung von Zäunen, Wegen, Rasenflächen, Bepflanzungen sowie Spielgeräte für Kleinkinder und Sitzgelegenheiten für Erwachsene. Die Kosten liegen bei rund 35 000 Euro, erklärt Uwe Puzalowski vom Amt für Kommunale Dienste.

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Die Pläne für die Außenanlagen seien mit dem zuständigen Sozialamt abgestimmt. Allerdings habe es eben wegen Ela erhebliche Probleme mit der Umsetzung gegeben, man sei rund acht Wochen im Plan zurück. Die Ausschreibung und Vergabe werde jetzt jedoch zügig erfolgen, verspricht Puzalowski. Da dies jedoch noch einige Wochen und Monate in Anspruch nimmt, sei mit einer Umsetzung der Maßnahmen erst bis zum Jahresende zu rechnen.

Die Anlage war im September 2013 mit einer Verzögerung von sechs Monaten fertiggestellt worden, zudem wurde sie 300 000 Euro teurer als ursprünglich geplant. Das hatte in den politischen Gremien für deutlichen Unmut gesorgt, schließlich wollte man mit Hilfe der aufgestellten Container-Burg langfristig Kosten sparen - dies auch mit Blick auf die angespannte Lage im Haushalt, der vor allem durch die Zahlung der Kommunal-Soli-Raten belastet wird.

Immerhin: Um weitere Kosten zu sparen, wurden beispielsweise die Gemeinschaftsräume mit Möbeln aus dem Hotel am Markt ausgestattet. Das Hotel wurde als Qualifizierungsmaßnahme für Langzeitarbeitslose geführt und im vergangenen Jahr geschlossen.

Im Erdgeschoss der neuen Unterkunft sind unter anderem die Büros für die Hausmeister und die Caritas untergebracht, die die Flüchtlinge betreuen. Auch die Kirchengemeinde von St. Marien kümmert sich regelmäßig um die Flüchtlinge. Neben einer behindertengerechten Wohneinheit gibt es zwei Varianten für die Wohnräume, je nachdem, ob es sich um einzelne Personen oder Familien handelt. Die Räume, die für die Familien geeignet sind, sind mit Verbindungstüren ausgestattet.

(RP)