Heiligenhaus: Feuerwehrmuseum putzt sich heraus

Heiligenhaus : Feuerwehrmuseum putzt sich heraus

Renovierungsarbeiten in den Räumen dauern an. Zuerst muss der Putz von den Wänden.

Im Treppenhaus stapeln sich die Farbeimer, das Malervlies ist weit ausgelegt und alles, was nicht irgendwie abgebaut werden konnte, ist abgedeckt und vor dem Baustaub geschützt. Der Eingang zum Feuerwehrmuseum ist derzeit der unbestrittene Arbeitsplatz der Maler.

Zu tun gab und gibt es hier an der Abtskücher Straße immer noch eine ganze Menge. Die größten Baustellen waren der Einbau einer neuen Heizung, neue Elektrik und damit einhergehend auch neue Beleuchtung. "Aber das hinterlässt alles Spuren, der Putz kommt dann runter und das muss eben gemacht werden", erklärt Günter Blum. Dazu kommen - natürlich - auch Brandschutzauflagen. Wie etwa eine neue Notfalltür. Der ehrenamtliche Museumsleiter könnte dabei in den vergangenen Wochen eine neue Baustelle gesichtet haben: Im Obergeschoss, also in dem Raum, der sich um die Feuerwehr-Fernmeldetechnik dreht, ist nach schweren Regenfällen Wasser durch die Decke gekommen.

Während der Renovierung sind die großen Ausstellungsstücke im Untergeschoss untergebracht. Foto: Blazy Achim

Keine guten Nachrichten für die Stadt als Unterhalterin des Gebäudes. Und auch nicht für das elfköpfige Team aus Ehrenamtlern, das mit viel Liebe zum Detail die Sammlung betreut. "2018 wird noch ganz im Zuge der Renovierung stehen, 2019 wollen wir dann wieder komplett öffnen mit den Kellerräumen, die derzeit eher Lagerflächen sind." Dann wird die Heiligenhauser Feuerwehr ihr 150-jähriges Bestehen feiern. "Feuerwehrgeschichte ist immer auch Stadtgeschichte und das zeigt sich in vielen Details." Aus diesen Anfängen der Heiligenhauser Wehr hat das Museum zum Beispiel eine Fahne bewahrt, die hinter Glas zu bewundern ist. "Die Fahne war eigentlich verschollen, wurde dann aber wieder gefunden. Für uns war es dann die Herausforderung, das Exponat so auszustellen, dass es sichtbar ist, aber möglichst geschützt."

Im Austausch mit anderen Feuerwehrmuseen werden Erfahrungen ausgetauscht, Tipps und Tricks zum möglichst professionellen Umgang mit den historischen Ausstellungsstücken. "Museum heißt immer auch Bewahrung", sagt Blum, der mit seinem Team etwa 10.000 Exponate zur Verfügung hat, die auf der Sammlung der Familie Brunnöhler basiert. "Jetzt in der Renovierungsphase nehmen wir aber nichts mehr an. Denn die nächste große Aufgabe wird es sein, alles einmal zu inventarisieren und digital aufzubereiten."

Was das genau bedeutet, wird deutlich, als er einen kompletten Schutzanzug zeigt: Helm, Anzug, Handschuhe, Schuhe und Technik noch dazu. Jedes einzelne Stück soll in all seinen Details vermerkt werden. Die Recherche dazu ist intensiv und kann allein für diesen Anzug schon einmal einen Tag in Anspruch nehmen. Deswegen sucht das Museumsteam immer Helfer. "Mitmachen kann jeder", sagt Blum. Und lernen kann man auch eine ganze Menge. Dass zum Beispiel die Fenster des Museums mit Schutzfolien beklebt sind, damit es in den Räumlichkeiten nicht zu warm wird und UV-Licht draußen bleibt, zum Schutz der Ausstellungsstücke.

Einzig die eindrucksvolle Helmsammlung soll zukünftig in weiten Teilen hinter Glas geschützt werden. "Wir bleiben natürlich ein Museum zum Anfassen, aber die Reinigung der Helme, die dafür auseinandergebaut werden müssen, ist sehr intensiv. Gerade bei den Helmen aus Leder, das im Laufe der Zeit sowieso schrumpft." Hier zeigt sich aber auch wieder die Stadtgeschichte: "Die Helme sind kleiner als heute, also waren früher auch die Köpfe kleiner."

(sade)
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