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Feuerwehr Heiligenhaus: Heis übergibt an Vollmar

Chefwechsel in Heiligenhaus : Feuerwehr: Heis übergibt an Vollmar

Staffelstab-Übergabe im kleinen Rahmen: Ulrich Heis übergibt das Amt des Feuerwehrleiters an Nils Vollmar. Als Vertreter wurden Ralf Mader und Andreas Braig vereidigt.

Zwischen den Kindheitstagen, in denen er an Papas Hand in Feuerwehruniform über die Hauptstraße marschiert ist bis zum Abschied als Heiligenhauser Feuerwehrchef, umringt von Abstand haltenden Kameraden und ihren Wagen auf dem Rathausplatz, liegt die lange Feuerwehrkarriere von Ulrich Heis.

Der Feuerwehr will er treu bleiben, doch das Amt des Leiters der Feuerwehr übergab er am Montag an seinen bisherigen Stellvertreter, den Stadtbrandinspektor Nils Vollmar. Ihm zur Seite stehen werden ab Dienstag ganz offiziell Brandamtmann Ralf Mader und ab kommendem Jahr auch (aufgrund noch ausstehender Lehrgänge) kommissarisch Brandinspektor Andreas Braig.

Nachdem Mader bereits als Beamter vereidigt ist, legten gestern auch Vollmar und Braig ihren Eid als Ehrenbeamte der Freiwilligen Feuerwehr im kleinen Rahmen vor Bürgermeister Michael Beck ab, der noch einmal seinen Respekt vor der ehrenamtlichen Arbeit aussprach, die keinesfalls selbstverständlich sei. „Sie riskieren in Einsätzen schließlich ihre Gesundheit." Corona-bedingt fielen der Abschied und die Ernennungen dabei in deutlich kleinerem Rahmen aus, als sonst üblich. Trotzdem ließen es sich Kameraden aus Heiligenhaus und umliegenden Städten nicht nehmen, sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zu bedanken und das Urgestein als Überraschung in den wohlverdienten Ruhestand auf dem Rathausplatz zu beglückwunschen.

„Es fällt uns sehr, sehr schwer, heute nicht das große Kino zu fahren. Aber das holen wir nach“, versprach Nachfolger Vollmar: „Wenn man die Frage stellt, welches Wort Uli am besten beschreibt, dann ist es wohl präsent." Der neue Feuerwehrchef vergaß dabei nicht zu betonen, wie wichtig für die Feuerwehrleute die  Unterstützung der Familie sei. Heis, der das Feuerwehr-Gen wohl von Vater Franz geerbt hat, der ehrenamtlich und hauptberuflich bei der Feuerwehr aktiv war, bleibt der Wehr weiterhin verbunden. „Bei großen Einsätzen organisieren und unseren Stab unterstützen, das kann ich mir vorstellen.“

Nun hat er aber mehr Zeit für das genüssliche Pfeife rauchen (auf der Terrasse, wie seine Frau Manuela schon ankündigt), aber auch für das gemeinsame Reisen, allen voran auf die Insel Fehmarn, wo Tochter Stefanie als Feuerwehrfrau Dienst leistet. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber 'et is halt wie et is'“, sagt Heis, der am 1. Januar 1972 Mitglied der freiwilligen Feuerwehr wurde und schnell seine ersten Einsätze mitfuhr. In kurzen aber großen Schritten arbeitete er sich unter dem damaligen Leiter und heutigen Ehrenstadtbrandmeister Karl Wilms in die Führungsriege der Feuerwehr hoch, so dass er letztendlich 38 Jahre in Führungspositionen war.

„Unser Uli kennt die Sorgen und Nöte aller Ebenen, da er sie selbst einmal durchlaufen hat. Uli ist ein 'Heljenser Jung', der seine Stadt wie die Hosentasche kennt. Ich habe es kein einziges Mal erlebt, dass Uli mit Navi-Hilfe zum Einsatz fährt", sagt Vollmar. „Das ist das, was einen Leiter der Feuerwehr ausmacht – Liebe zur Stadt. Das hat Uli im Blut." Den Hut zieht Vollmar ebenfalls vor Heis Einsatzbereitschaft: „Gefühlt ist Uli über 90 Prozent des Jahres in der Stadt einsatzbereit – immer mit dem Auto vor der Tür und dem Piepser am Gürtel. Das bedingt eine hohe Selbstdisziplin und überdurchschnittliches Engagement."