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Ratingen : Feueralarm: Fallzahlen steigen stark an

Ratingen : Feueralarm: Fallzahlen steigen stark an

Die Wehrversammlung hat gezeigt: Hauptberufliche und ehrenamtliche Kräfte arbeiten nicht selten am Limit.

Feuerwehr-Chef René Schubert hat bei der aktuellen Wehrversammlung im Stadttheater am vergangenen Freitagabend ein umfangreiches Fakten-Paket präsentiert, das belegt, wie vielfältig und anspruchsvoll die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte ist. Er zog für das abgelaufene Jahr 2018 detailliert Bilanz und schlug in einigen Bereichen sogar Alarm. Anders ausgedrückt: Nicht selten arbeitet die Feuerwehr am Limit.

Mit 18.867 Alarmierungen sei die Gesamtzahl der Alarme um 1,3 Prozent gegenüber den Einsatzzahlen von 2017 zurückgegangen. Allerdings sei bei differenzierter Betrachtung ein Zuwachs von 52 Prozent bei den Bränden auf 362 Alarmierungen schon recht außergewöhnlich, erklärte er.

Die Hilfeleistungen sind um 40 Prozent auf 1.645 Alarmierungen gestiegen, vor allem verursacht durch die heftigen Stürme Friedericke, Wilma und Xisca.

Damit hätten sich die oft personalintensiven und in der Regel durch Haupt- und Ehrenamt gemeinsam bewältigten Feuerwehreinsätze um 34 Prozent erhöht, die Belastung des Ehrenamtes sei teils sehr hoch und nur durch das außergewöhnliche Engagement einiger Kräfte zu stemmen, betonte Schubert.

Die Notfallrettung wurde mit 9.866 Alarmen deutlich häufiger alarmiert (plus 6,5 Prozent), der Notarzt-Bereich mit 2.560 Einsätzen lag bei einer Steigerung von zehn Prozent. In der Notfallrettung kommen seit November 2018 die nun zusätzlich im Dienst befindlichen drei Tages-Rettungswagen zum Einsatz.

Die Krankentransporte sind dagegen deutlich um 34 Prozent zurückgegangen – gegenüber 2015 sogar um 46 Prozent. Bei Krankentransporten ist 2019 ist ein leichter Anstieg durch die seit November 2018 erweiterten Dienstzeiten der Mehrzweckfahrzeuge, die bekanntlich inzwischen überregional im Kreis zum Einsatz kommen, zu erwarten.

Die Umsetzung des Rettungsdienstbedarfsplanes 2017 des Kreises Mettmann in der Kreisgemeinschaft sei inzwischen weit voran geschritten, eine baldige Fortschreibung sei aber auch erforderlich: Sowohl die Notarztalarmierungen als auch die Notfallrettungseinsätze haben kreisweit 2018 um 13 Prozent zugelegt.

Für den Rettungsdienst der Städte Ratingen und Heiligenhaus ist die Inbetriebnahme einer Interims-Rettungswache zum Sommer 2019 in Breitscheit geplant, der Bau der zukünftigen Rettungswache Breitscheid befinde sich in Vorbereitung (die RP berichtete bereits).

Dies werde zu einer deutlichen Verbesserung der Versorgung im nördlichen Stadtgebiet führen, betonte Schubert.

Der Aufwand, mit breitem Angebot und flexiblen Lösungen Nachwuchs für die Berufsfeuerwehr zu gewinnen, sei eine der wichtigsten Aufgabe zur Sicherung des Dienstbetriebes, erklärte er.

Die Gesamtpersonalsituation der Feuerwehr Ratingen hat sich 2018 durch Zuwachs von acht Mitgliedern verbessert. Mit gesamt 585 Mitgliedern hat die Feuerwehr damit die höchste Personalstärke erreicht Während die Ehrenabteilung mit unveränderter Stärke von 86 Mitgliedern aufwartet und die Jugendfeuerwehr auf 56 Mitglieder wachsen konnte und eine Warteliste geführt werden muss, beträgt die Zahl der ehrenamtlichen Einsatzkräfte genau 268.

Diese Kräfte erhalten Unterstützung durch aktuell 51 Kollegen der Berufsfeuerwehr, die sich in ihrer Freizeit zusätzlich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren.

Die Überwachung der Schutzziele im Brandschutz verdeutliche gegenüber den Vorjahren, dass zukünftig erhebliche zusätzliche Anstrengungen zu den im Brandschutzbedarfsplan 2012 verabschiedeten Maßnahmen erforderlich sein werden. Das sogenannte Schutzziel 1 – also zehn Einsatzkräfte acht Minuten nach Alarmierung am Einsatzort – hat sich 2018 nach mehreren Jahren leichter Verbesserungen deutlich auf nur noch 53 Prozent Zielerreichung verschlechtert. Das Schutzziel 2, sechs weitere Einsatzkräfte nach insgesamt 13 Minuten, wurde 2018 nur noch zu 72 Prozent erfüllt.

Ursachen sind laut Feuerwehrchef Schubert in den steigenden Einsatzzahlen und den damit verbundenen häufigeren parallelen Einsätzen, besonders aber in den negativen Auswirkungen der Verkehrssituation im Ratinger Stadtgebiet zu suchen.