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Feuer am Seniorenzentrum St. Josef in Heiligenhaus war Brandstiftung

Feuer am Seniorenzentrum : In St. Josef herrscht Fassungslosigkeit

Bei dem Feuer im Innenhof des Caritas-Seniorenzentrums ist niemandem etwas passiert. Allerdings war die Aufregung groß. Schon vor knapp zwei Jahren hat es an der gleichen Stelle gebrannt. Beide Male war es Brandstiftung.

Der Brand am St. Josef Seniorenzentrum war auch am Montag Gesprächsthema Nummer 1 in der Caritas-Einrichtung an der Rheinlandstraße. „Wir sind fassungslos“, sagt Einrichtungsleiter Martin Wildner. Vor allem, weil es nicht der erste Vorfall dieser Art war. Bereits vor knapp zwei Jahren hatte es an gleich Stelle ebenfalls gebrannt. Die Ursache damals: Brandstiftung.

Auch diesmal scheint es darauf hinauszulaufen. Nach gemeinsamer Bewertung von Feuerwehr und Polizei wurden die Feuer im Hinterhof des Seniorenzentrums mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorsätzlich gelegt. Davon geht Wildner nach Rüksprache mit der Kriminalpolizei ebenfalls aus.

Er mag sich gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, als in der Nacht zu Sonntag zehn Müllcontainer und das Dienstfahrzeug der Einrichtung in Flammen standen. „Es war an diesem Tag warm gewesen und die Fenster der Bewohnerzimmer standen auf kipp“, erinnert sich Wildner. Dadurch zog der Rauch vom Innenhof in die Räume und löste dort die Brandmeldeanlage aus.

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Wildners Lob geht an die Feuerwehr und die beiden Nachtwachen im Seniorenzentrum, die schnell gehandelt und damit Schlimmeres verhindert hätten. Auch wenn Gott sei Dank niemandem etwas passiert sei, die Aufregung unter den 87 Bewohnern des Seniorenzentrums sei groß gewesen. Vor allem bei denen, die in der Nacht ihre Zimmer verlassen mussten. Inzwischen sind alle dorthin zurück gekehrt.

Der entstandene Sachschaden, am Fahrzeug der Einrichtung, an den zerstörten Containern und an der Hausfassade des Gebäudes, beläuft sich nach ersten polizeilichen Schätzungen auf mindestens 60.000 Euro. Wildner will nun in Gesprächen mit der Versicherung klären, ob die Einrichtung sich in Zukunft vor solchen Brandstiftungen noch besser schützen kann.

Bisher liegen der Heiligenhauser Polizei aber noch keine konkreten Hinweise zu Identität, Herkunft, Verbleib und Motivation des oder der noch unbekannten Täter vor. Schnelle polizeiliche Fahndungsmaßnahmen nach tatverdächtigen Personen, auch unter Hinzuziehung eines Polizeihubschraubers, führten am Wochenende nicht zu einem schnellen Erfolg. Maßnahmen zur Spurensicherung am Tatort sowie weitere polizeiliche Ermittlungen wurden veranlasst, ein Strafverfahren eingeleitet.

Für Martin Wildner jedenfalls ist es völlig unverständlich, wie jemand direkt unter den Fenstern eines Seniorenzentrums, in dem auch viele Schwerstpflegebedürftige leben, ein Feuer legt. „Das ist grob fahrlässig“, sagt er.