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Felix Kels und Christian Wilke aus Ratingen brauen "Theos Bierchen"

Ratinger Bier : Ratinger entwickeln zwei eigene Biersorten

Mit Theos Bierchen hat Edeka Kels zwei eigene Sorten im Programm – ein Pils und ein Alt.

Dass sich in den Regalen eines Lebensmittelhändlers verschiedene Biersorten finden, ist zunächst nicht ungewöhnlich. Dass ein Lebensmittelhändler eine eigene Biersorte brauen lässt, ist dann doch eher selten.

„In unserer Familie wird seit Generationen Bier getrunken. Auch ich trinke gerne mal eine Flasche“, bekennt Felix Kels, Geschäftsführer von Edeka Kels. Über die Jahre setzte sich eine Idee bei Felix Kels fest: Warum nicht einmal eine eigene Biersorte brauen?

Doch so einfach war es am Ende nicht. „Um ein Bier brauen zu lassen, muss man ein eigenes Rezept mitbringen. Das hatten wir aber nicht“, so Kels. Das Projekt lag zunächst auf Eis, bis der Zufall dem Unternehmer in die Hände spielte.

„Im Karneval lernte ich Christian Wilke kennen. Er ist Ratinger und Diplom-Braumeister. Und er kennt sich besonders gut mit Altbier aus. Das passte einfach“, so Kels. Die Männer setzten sich zusammen und tüftelten an einer neuen Biersorte – genauer gesagt an zwei Sorten: ein Pils und ein Alt.

Die Rahmenbedingungen standen schnell fest: „Das Bier sollte natürlich nicht nur uns schmecken“, sagt Kels. Also nicht zu herb, nicht zu mild, nicht zu kräftig. Ein Mittelweg musste her. Schlichtweg „süffig“ sollte es sein. „Darum mussten wir auch so lange an dem Rezept arbeiten“, beschreibt Felix Kels den Schaffungsprozess.

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„Die Nähe zu Düsseldorf und der damit verbundenen Altbierliebe haben wir uns ans Herz gelegt und unser Alt für jedermann gemacht. Ein voller, ausgewogener Malzkörper, durch die Verwendung von Caramel- und Röstmalzen, gepaart mit einer feinen Hopfenbittere“, erklärt der Braumeister. „Für die Pils-Fraktion gibt es endlich mal wieder ein klassisches, kräftiges hopfenbetontes Pils. Das Augenmerk liegt hier auf traditionellen deutschen Aromahopfen, die dem Pils seinen Charakter verleihen“, so Christian Wilke zum Geschmack.

Nun galt es noch eine Brauerei zu finden, die die Eigenkreation in Flaschen abfüllt. „Uns war es wichtig eine regionale Brauerei als Partner zu finden, bei der wir darauf vertrauen können, dass unser eigenes Rezept zu 100 Prozent umgesetzt wird“, begründet Felix Kels die Entscheidung. Es wurde die Gräflich zu Stolberg‘sche Brauerei Westheim in Marsberg (Sauerland).

Zum Jahresbeginn konnte dann endlich gebraut werden und nach vier langen Wochen Lagerung und Gärung wurde das Bier Ende Februar abgefüllt und ausgeliefert. Am 6. März konnte es dann endlich den Kunden angeboten werden. „Lange musste wir warten, bis wir das Bier endlich in den Verkauf bringen konnten. Für mich als Braumeister war es besonders anstrengend, bei meinem eigenen ersten großen Bierprojekt so lange die Neuigkeit für mich zu behalten“, so Christian Wilke.

Obwohl die beiden neuen Sorten erst wenige Tage im Verkauf sind, ist die Resonanz bisher gut: „Bei den Kunden, die schon probiert haben, kam das Bier gut an“, berichtet Kels.Theos Pils und Theos Alt heißen die Sorgen übrigens. Und wer ist Theo? „Wir sind ja ein Familienunternehmen“, erklärt Kels. „Und alle Geschäftsführer hießen bis jetzt Theo. Deshalb Theos Bierchen“, sagt Felix Kels, der ebenfalls den Zweitnamen Theodor trägt.

Kels und Wilke sind inzwischen in doppeltem Sinne auf den Geschmack gekommen: „Theos Bierchen wird auf jeden Fall im Sortiment bleiben“, verspricht Felix Kels. „Vielleicht kommen sogar eines Tages noch einige abgewandelte Sorten dazu.“ Na dann: Prost!