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Kreis Mettmann: Experten warnen vor steigenden Sozialausgaben

Kreis Mettmann : Experten warnen vor steigenden Sozialausgaben

Rund 70 Prozent des Haushaltsvolumens gehen für soziale Leistungen drauf. Die IHK setzt auf die Arbeit der Sparkommission.

Schon bevor am Montag der Kreistag den Haushalt für das Jahr 2017 verabschiedet hat, hat sich die Industrie- und Handelskammer Gedanken gemacht. Der Kreis Mettmann lege für 2017 einen mit Erträgen und Aufwendungen in Höhe von jeweils rund 586 Millionen Euro ausgeglichenen Haushaltsentwurf vor.

"Den größten Ausgabeposten bilden - wie schon in den Vorjahren - die sozialen Leistungen mit rund 402 Millionen Euro. Das entspricht rund 70 Prozent des gesamten Haushaltsvolumens des Kreises Mettmann", fasst die IHK Düsseldorf in ihrer Stellungnahme zum Haushaltsplanentwurf des Kreises Mettmann zusammen.

Die IHK weist darauf hin, dass die Sozialleistungen entweder direkt vom Kreis finanziert oder aber über die vom Kreis zu tragende Landschaftsumlage in Höhe von rund 175,5 Millionen Euro geleistet werden. Die kreisangehörigen Städte werden bei der Kreisumlage im kommenden Jahr voraussichtlich mit rund 373 Millionen Euro herangezogen. Geld ausgeben musste der Kreis für die Gründung der Förderzentren (rund 2,7 Millionen Euro), die höheren Pensions- und Beihilferückstellungen sowie die tariflichen sowie besoldungsrechtlichen Erhöhungen (rund 7,8 Millionen Euro). Zusammen mit der Steigerung der Landschaftsumlage (rund 6,7 Millionen Euro) bedeuteten diese eine Verschlechterung von rund 17,2 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Planung. Tendenziell habe der Kreis aber dank der Arbeit der Finanzstrukturkommission bisher rund 3,2 Millionen Euro einsparen können. "Wir halten die Arbeit der Kommission insbesondere mit Blick auf künftige Haushaltsrisiken für wichtig. Derzeit verhindern Sonderfaktoren wie vor allem die Entlastung der übrigen kreisangehörigen Städte bei der Kreisumlage durch die Stadt Monheim ein größeres finanzielles Desaster. Dazu komme das niedrige Zinsniveau sowie die gute konjunkturelle Lage. Auf einen dauerhaften Bestand dieser Sonderfaktoren können sich die Städte und der Kreis jedoch nicht verlassen. Aus diesem Grund sollten im Kreishaushalt - wo immer möglich - neue Kosten verhindert und alle aktuellen Positionen einer laufenden Aufgabenkritik unterzogen werden", erklärt dazu Dr. Nikolaus Paffenholz, Leiter der Abteilung Recht und Steuern bei der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf.

(RP)