Bildung in Ratingen Ehemaliger Ebert-Realschüler erzählt aus seinem Leben

Ratingen · Als Deva Manick das Mikrofon ergriff, war ihm die Freude anzusehen. Vor Schülern der neunten und zehnten Klassen berichtete er über seine Kindheit, seine Jugend – und seinen Plänen.

 Deva Manick nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise.

Deva Manick nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise.

Foto: RP/FES

(RP) Für seinen Vortrag mit dem Thema „Wer bin ich wirklich“ war der Buchautor und Podcaster mit sri-lankischem Migrationshintergrund an die Friedrich-Ebert-Realschule, seine ehemalige Schule, gekommen.

Manick nahm die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen mit auf eine Reise in seine Vergangenheit. Er schilderte, welchen Herausforderungen er sich als in Deutschland lebendes Kind tamilischer Eltern stellen musste, um sich selbst zu finden und seine Ziele zu erreichen. 1987 in Ratingen geboren, empfand Manick den Kontrast zwischen seinem von häuslicher Gewalt geprägten tamilischen Elternhaus und dem Leben in der deutschen Kultur oft als belastend. Seine Eltern, in Deutschland nie heimisch geworden, versuchten Manick vor äußeren Einflüssen abzuschirmen. Wenn er etwa zu einer Klassenfahrt nicht mitdurfte oder zu Partys wollte, führte dies regelmäßig zu Konflikten. Darauf reagierte er äußerlich mit Aggression: „Ich war ein Rüpelschüler“, räumt Malick ein.

Als er in der 8. Klasse an die Friedrich-Ebert-Schule wechselte, begann er jedoch, Ehrgeiz zu entwickeln. Dann, mit Mitte zwanzig, fand sich Manick in einer Lebenskrise, in der er sich beruflich neu aufstellen musste. Dies nahm er zum Anlass, seine Erfahrungen aufzuschreiben und seine Autobiographie „Im Glashaus gefangen zwischen zwei Welten“ zu veröffentlichen.

So fand zu seiner Bestimmung: Mit Vorträgen wollte er fortan jungen Leuten helfen, die sich in einer ähnlichen Lage zwischen den Kulturen befanden. In der angeregten Fragerunde nach dem Vortrag wollte eine Schülerin wissen, welche Ratschläge er heutigen Jugendlichen geben würde, die nicht weiter wissen. „Sucht euch Gleichgesinnte, um über die Probleme zu sprechen“, sagte Manick. „Es hilft, gemeinsam die Dinge zu benennen, die euch Schwierigkeiten machen. Nehmt dann mit einer Lehrerin oder einem Lehrer eures Vertrauens Kontakt auf.“

Nach seinem schönsten Erlebnis an der Friedrich-Ebert-Schule gefragt, musste Manick nicht lange überlegen: „Ich wurde als Bester des Abschlussjahrganges 2004 ausgezeichnet. Ich wollte da unbedingt genannt werden, um mich bei den Menschen, die an mich geglaubt haben, zu bedanken.“