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Ratingen: Esprit rutscht in die Verlustzone

Ratingen : Esprit rutscht in die Verlustzone

Esprit verzeichnet Umsatzrückgänge. In der Halbjahresbilanz stehen sogar rote Zahlen. Der neue Konzernchef will unter anderem die Kosten drücken, um den Textilriesen aus der Verlustzone zu führen.

Der Modehändler Esprit muss nach den ersten tiefroten Zahlen der jüngeren Konzerngeschichte den Gürtel enger schnallen. Der neue Esprit-Chef José Manuel Martinez kündigte am Mittwoch bei der Halbjahresbilanz eine deutliche Reduzierung der Kosten und Lagerbestände an.

Von einem Arbeitsplatzabbau war dabei allerdings nicht die Rede. Außerdem sollen die Modeartikel und das Einkaufserlebnis verbessert werden. Der Konzern befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Umbau, der vor fast eineinhalb Jahren begann.

Esprit hatte im Berichtszeitraum Juli bis Dezember 2012 in einem schwierigen Marktumfeld mit Rückgängen in verschiedenen Regionen zu kämpfen. Der Umsatz schrumpfte in den Landeswährungen um 13,4 Prozent auf umgerechnet 1,34 Milliarden Euro.

Inklusive Wechselkurseffekte waren es sogar 18,8 Prozent weniger. Allerdings entfällt ein gutes Viertel des Umsatzrückganges auf den Rückzug aus Nordamerika und Filialschließungen. Unter dem Strich steht ein Halbjahresverlust von umgerechnet knapp 46 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von umgerechnet knapp 55 Millionen Euro erzielt worden.

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Bei den Kostensenkungen, mit denen der Konzern schnellstens aus den roten Zahlen geholt werden soll, denke er nicht in erster Linie an Personalabbau, sagte Martinez vor kurzem der "TextilWirtschaft".
An den grundlegenden Punkten der Neuausrichtung, die sein Vorgänger Ronald van der Vis bekanntgegeben hatte, halte er fest.

Im September 2011 waren Gesamtinvestitionen von damals umgerechnet 1,7 Milliarden Euro in die Marke Esprit und das Unternehmen über einen Zeitraum von vier Jahren angekündigt worden. In einer Mitteilung zu den aktuellen Zahlen sprach Martinez von Fortschritten bei der Umsetzung des Plans.

Der seit fünf Monaten amtierende Esprit-Chef bekam Rückendeckung.
"Die Gruppe hat Fortschritte in verschiedenen Bereichen gemacht", erklärte Aufsichtsratschef Raymond Or. Dazu zählten die Entwicklung mehr inspirierender Läden und frischer, modischer Kollektionen.
Esprit betreibt weltweit rund 1000 eigene Läden. Die Produkte sind auch in über 10 000 Shops von Handelspartner erhältlich. Der Konzern umfasst rund 12 000 Vollzeitarbeitsplätze. Die Monate Juli bis Dezember 2012 sind das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2012/13, das bis Ende Juni 2013 reicht. Esprit ist seit 1993 an der Börse in Hongkong gelistet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ansturm auf Esprit Outlet Center

(dpa/ila/ac)