Kreis Mettmann: Es ist nicht immer die Bandscheibe

Kreis Mettmann: Es ist nicht immer die Bandscheibe

Bei Rückenschmerzen empfiehlt der Mettmanner Orthopäde Carl-Heinz-Ullrich viel Bewegung.

"Ich hab's an der Bandscheibe", "Ich habe einen Bandscheibenvorfall" ... hört man ständig. "Dabei gehen rund 90 Prozent der Rückenschmerzen, die fast jeden einmal in seinem Leben plagen, nicht ursächlich von den Bandscheiben aus", erklärt der Orthopäde Carl-Heinz Ullrich aus Mettmann anlässlich des Tages der Rückengesundheit am Donnerstag.

Lange statische Belastungen machen dem Rücken zu schaffen, die Wirbelgelenke werden ungünstig beansprucht, die schützende Muskulatur verkümmert. Besonders langes Sitzen aber auch langandauerndes Stehen oder sogar Liegen schädigt die Wirbelsäule. Die Wirbelgelenke verschleißen vorzeitig, die Gelenkkapseln werden ungünstig gedehnt und schwellen an. Daraufhin werden die Wirbellöcher, aus denen die Nerven austreten, kleiner, als Folge werden Nerven gedrückt. Die wichtigste Regel für einen starken Rücken lautet für Ullrich denn auch: "Tue etwas, bewege Dich!".

Kopfschmerzen, besonders bei Kindern, werden meist von klein an mit Schmerzmitteln oder sogar mit Psychopharmaka behandelt. Dr. Ullrich betrachtet es wie auch andere namhafte Rückenexperten für bedenklich, wenn man nur Folgen bekämpft und nicht die Ursachen. Ullrich gibt deshalb verhaltensmedizinische Tipps, wie man vorbeugen und behandeln kann, vor allem bei Kindern:

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Vermeiden ungünstigen Verhaltens für die Wirbelsäule, nicht zu lange Sitzen, wechselnde Bewegung, nicht stundenlang das Handy ans Ohr klemmen, Versuch Stressoren zu meiden oder abzubauen. Gesunden Stress braucht jeder Mensch, besonders in der Entwicklung. Zuviel Stress macht krank. Für den Schüler mit Kopf- oder Rückenschmerzen bedeutet dies: Schulstress, schaffe ich das? Werde ich gemobbt? Ärger zu Hause? Sitze ich ständig? Mache ich irgendeinen Ausgleich?

Erlernen wirbelsäulenfreundlichen Verhaltens: häufig wechselnde Bewegung, Ausgleich zu statischen Belastungen, viel rausgehen, Stressabbau mit Hilfe der Eltern, von Freunden, der Schule, des Vereins.

Gezieltes und möglichst regelmäßiges Training zur Stärkung der Wirbelsäule. Vor dem Aufstehen zwei Minuten die Beine durchbewegen, strecken, beim Zähneputzen abwechselnd auf die Zehen und Fersen stellen, auf einem Bein stehen. Den Weg zur Schule oder zur Arbeit wenn irgendwie möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

(jün)