Ratingen: Es gibt mächtig viel Theater im Poensgenpark

Ratingen : Es gibt mächtig viel Theater im Poensgenpark

Heute wird der Sommernachtstraum aufgeführt – und auch sonst werden viele Ideen für das einzigartige Gelände entwickelt.

Das Ambiente könnte schöner nicht sein: Heute wird der „Sommernachtstraum“ von Shakespeare um 18 Uhr als Freilichtaufführung vor dem Herrenhaus der Textilfabrik Cromford und an zahlreichen Stationen im angrenzenden Cromford- und Poensgenpark gegeben. Die grüne Oase zwischen Haus zum Haus und Haus Cromford wird als stadteigenes grünes Schatzkästchen gehegt, gepflegt, geliebt.

Ein Beispiel: Die markante Kastanienallee, die im Poensgenpark lange ein Prachtstück war, die hatte „Ela“ praktisch zerstört. Da die Rosskastanien zudem in den letzten Jahren stark unter Schädlingen und Klima leiden mussten, wurden sie durch Tulpenbäume ersetzt. Die neue Allee wurde im letzten Jahr angelegt, wobei die jungen Bäume mit großem Aufwand durch die extreme Trockenheit im Sommer gebracht werden mussten.

Bis zum Frühsommer wurde nun auch der Weg endgültig hergerichtet. Anschließend werden nach und nach auch die anderen Wege im Park erneuert. Wie im gesamten Gelände, so mussten auch hier kleines Gerät und viel Handarbeit eingesetzt werden, um nicht noch größere Schäden zu verursachen.

Gegenwärtig befindet sich ein Papier in der verwaltungsinternen Abstimmung (und wird alsbald in die Gremien geleitet). Darin geht es um die möglichen neuen Umgestaltungspläne, also Abriss Badehaus und Traubenhaus, Neubau Multifunktionsgebäude.

Ansonsten sind die Arbeiten an der ehemaligen Kastanienallee (jetzt Tulpenbaumallee) abgeschlossen, und es geht weiter mit den Arbeiten an der Ahornallee. Als letzte große Maßnahme steht noch die Wiederherstellung des Hausgartens von Carl Poensgen nach historischem Vorbild bevor. Hier deutet sich eine Planänderung an.

Der denkmalgeschützte Poensgenpark, der zu den bedeutenden Zeugnissen der Gartenkultur im Rheinland gehört, wurde am 9. Juni 2014 durch den Pfingststurm Ela schwer verwüstet. Gleich nachdem die Sicherheit durch erste Aufräumarbeiten wiederhergestellt war, wurde der Landschaftsarchitekt Achim Röthig damit beauftragt, den denkmalgerechten Wiederaufbau des Parks zu planen.

Ein eigenes Kapitel ist die Wiederherstellung des Hausgartens von Carl Poensgen im Eingangsbereich am Brügelmannweg – so wie er vor 100 Jahren ausgesehen hat. Dieser Garten ist im Laufe der Geschichte ebenso verschwunden wie das so genannte Angerhaus, in dem sich die Fabrikantenfamilie aufhielt, wenn sie in Ratingen war.

Der Park war im Laufe seines mehr als 100-jährigen Bestehens aber auch an anderer Stelle verändert worden. Bis heute ist zum Beispiel eine Fläche am Brügelmannweg nicht öffentlich zugänglich. Auf dieser Fläche stehen zwei Gebäude: ein Badehaus, in dem sich ein späterer Parkbesitzer ein Schwimmbad eingerichtet hatte, und ein Gerätehaus der städtischen Gärtner an der Stelle, an der Poensgen einst in einem Treibhaus Trauben züchten ließ.

Diese neue Zeder fällt Besuchern ganz bestimmt auf. Foto: Blazy, Achim (abz)
Ein lauschiges Plätzchen: Wer einmal verweilen und die Natur genießen möchte, der hat im Park die Gelegenheit dazu. Foto: Blazy, Achim (abz)
Wunderschöne Blumenpracht: Im Park gibt es ganz viele unterschiedliche Farben. Foto: Blazy, Achim (abz)

Im Gegensatz zu einer vorübergehenden Planung wurden die Gebäude eingehender untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass das Badehaus erheblich durch Schadstoffe belastet ist. Zudem liegen die jährlichen Unterhaltungskosten für die beiden alten Häuser doppelt so hoch wie ursprünglich kalkuliert. Daher prüft die Verwaltung eine neue Variante, also das Badehaus abzureißen und den Hausgarten historisch korrekt wiederaufzubauen. Das Traubenhaus würde auch abgerissen, an gleicher Stelle aber durch einen Neubau ersetzt werden. Darin sollen sowohl die städtischen Gärtner als auch der Förderverein mit seinen Besuchergruppen ihren Platz finden. Auch könnten dort öffentliche Toiletten eingerichtet werden.

Mehr von RP ONLINE