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Heiligenhaus: Es geht vorwärts mit dem Museum

Heiligenhaus : Es geht vorwärts mit dem Museum

Das Ende der Bauarbeiten im Feuerwehrmuseum an der Abtsküche naht. Im Juli sollen die Türen wieder öffnen. Als Neumitglied luden die Heiligenhauser jetzt Kollegen der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen zur Frühjahrstagung ein. Fazit: Es gibt noch viel zu tun.

Wer in den letzten Jahren dem Feuerwehrmuseum an der Abtsküche einen Besuch abstatten wollte, der stand vor verschlossenen Türen. Wegen umfangreicher Baumaßnahmen ist das Museum mit der 40-jährigen Geschichte seit 2007 geschlossen. Der Neuanfang aber steht bevor. "Die Ausstellungsräume sollen mehr Struktur bekommen. Jeder Raum wird ein eigenes Konzept bekommen und die Zahl der Ausstellungsstücke wird reduziert, um den Raum nicht zu überladen", erklärt Heiko-Thorsten Kaiser, einer von elf ehrenamtlichen Museumswärtern, die ihre Freizeit dem Museum widmen.

Sie möchten Feuerwehrgeschichte erlebbar machen, nicht alles hinter Glas verstecken, ein Museum zum Anfassen eben. Rund 10 000 Exponate hat Museumsgründer Günter Brunnöhler dafür zusammengetragen. Wie schwer ist ein Feuerwehrhelm aus dem vorletzten Jahrhundert? Was passiert in den Schaltzentralen, wenn ein Notruf eingeht? Wie hat sich die Wasserförderung in den Jahrzehnten verändert? Und wie fühlte man sich im zweiten Weltkrieg in einem Luftschutzbunker? All das wird man bei der Wiedereröffnung im Herbst auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche herausfinden können.

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Zusätzlich stehen 900 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung. Der Umbau sei eine Herausforderung, so Feuerwehrkollege Christoph Maas, "die Neuerungen in dem alten Schulgebäude allerdings sind notwendig." Die Feuerwehrscheune ist bereits saniert, dort werden die Feuerwehrwagen zu sehen sein, die von Jugendfeuerwehrleuten der Technikgruppe in Schuss gehalten werden. Eine weitere Neuerung: im letzten Jahr hat sich das Museum der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehrmuseen (Regionalgruppe Mitte) angeschlossen, in der sich 15 Museen und Privatsammler aus Mitteldeutschland zusammenfinden. Dahinter steckt eine weltweite Vernetzung. "Es geht darum, sich auszutauschen, Sorgen und Nöte besprechen und Probleme lösen zu können", so Bernd Klaedtke, Vorsitzender der AFGM. Als Neumitglied lud das Heiligenhauser Museum – trotz Baustellen – am Samstag zur Frühjahrstagung mit Fachvorträgen. Man nutzte die Gunst der Stunde, um Kontakte zu knüpfen. Auch mit dem Vorsitzenden des landesweiten Verbandes der Feuerwehren, dem Heiligenhauser Bürgermeister Jan Heinisch.

"In der Bewahrung der Feuerwehrgeschichte liegt eine große Stärke. Das Interesse an den Museen zeigt deutlich, diese Geschichte ist ein Thema, das die Menschen interessiert und berührt", sagte Heinisch. Kaiser fasste zusammen: "Im AFGM trifft man Fachleute, die man sonst kaum treffen würde." Pläne fürs Museum in Heiligenhaus hat man viele. Wer mit anpacken und dabei helfen möchte, den Termin der Wiedereröffnung im Juli zu garantieren, der ist eingeladen, samstags zwischen 10 bis 13 Uhr vorbeizuschauen.

Besucher müssen sich allerdings noch eine Weile gedulden. Kaiser: "Es klopfen zwar viele Menschen an und das Interesse ist groß, aber während der Umbauphase ist ein Besuch einfach zu gefährlich."

(RP)