Innenstadt : Lokale öffnen: Erste Gäste sind schon da

Trotz der Lockerungen gibt es viel zu beachten: Man muss Abstand halten und die Hygiene-Regeln einhalten. Eine gute Vorbereitung war wichtig. Die Ankunft jedes Gastes muss protokolliert werden.

Alle sprechen zurzeit von Lockerungen. Auch die Menschen in der Gastronomie, die ihre Lokale endlich wieder öffnen dürfen. Doch die Lockerungen sind so locker eben nicht, man muss auf viele Details achten. Und das sorgt auch für Stress. Marc und Houda Wasser vom Bistro „petite affaire“ auf der Bechemer Straße haben sich sorgfältig auf den Start vorbereitet. Draußen, auf der Straße, wurden Tische und Stühle mit dem gebotenen Mindestabstand positioniert. Das Lokal öffne testweise, betonte Marc Wasser, der natürlich hofft, so schnell wie möglich wieder zu den üblichen Öffnungszeiten zurückkehren zu können. Die Ankunft jedes Gastes muss protokolliert werden, das Bistro hat sehr viele Stammgäste.  Das klingt irgendwie nach Zettelwirtschaft, doch die Vorschriften sind nun einmal da, und man versucht, die Regeln genau einzuhalten.

Blick auf ein anderes Lokal: Koch und Betreiber Marcin Dylewski mit Mitarbeiter Julian Rusu von der Trattoria Il Piccolo Cuoco am Theodor Heuss Platz eröffnen am Dienstag und haben bereits die Tischabstände für die Außengastronomie abgemessen. Dylewski freut, sich trotz strenger Auflagen wieder aufmachen zu dürfen, nicht zuletzt wegen seiner Mitarbeiter. In den vergangenen Wochen  hat er sein Restaurant mit einem Außer-Haus- Verkauf von Speisen betrieben. Und er hat bereits Reservierung   für das nächste Wochenende.

Dass die Wirtschaft unbedingt angekurbelt werden muss, belegt die IHK-Befragung bei 300 Unternehmen aus Gastronomie, Hotellerie und Dienstleistern rund um Reisen, Messen, Event-, Unterhaltungs- oder Sportveranstaltungen in Düsseldorf und im Kreis Mettmann.

Im Kreis Mettmann rechnet danach jeder Zweite mit Umsatzrückgängen von über 50 Prozent in diesem Jahr, die Reise- und Messeveranstalter gehen sogar von über 80 Prozent Umsatzeinbußen aus. Sollte der Stillstand weiter anhalten, so schätzen knapp 25 Prozent der Unternehmen im Neanderland und sogar fast die Hälfte aller Gastronomiebetriebe, dass sie in acht Wochen insolvenzgefährdet sind.

In der Gastronomie und Hotellerie dürften die negativen Auswirkungen noch lange andauern, auch dann, wenn der Geschäftsbetrieb wieder anläuft. „Denn sie können den ausgefallenen Umsatz nur sehr beschränkt oder gar nicht nachholen bei zum Teil gleichbleibend hohen Fixkosten“, so Johannes Süß, Mitglied des IHK-Tourismusausschusses.

Dies belegen auch die Zahlen: Eine teilweise Wiedereröffnung des Betriebs hilft laut IHK-Umfrage nur rund der Hälfte der befragten Unternehmen. Die andere Hälfte benötigt eine Wiederaufnahme von 75 Prozent ihrer Kapazität oder mehr.

Die Bundes- und Landesförderprogramme konzentrieren sich darauf, sehr kurzfristig wirksame Soforthilfen für Unternehmen und Gewerbetreibende sowie deren Mitarbeiter auszuzahlen. „Das ist zweifellos richtig und wichtig, aus meiner Sicht geht es für den kleinen inhabergeführten Einzelhandel und die lokale Gastronomie aber vor allem darum, mittel- und längerfristig wirtschaftlich überleben zu können“, so Bürgermeister Pesch. Betriebe sollen Hilfe bei Mietschulden erhalten. Für Marc und Houda Wasser ist es wichtig, dass man irgendwie zur Normalität zurückkehren kann. Corona wird aber auf lange Sicht ein Begleiter bleiben.