Breitscheid: Entdecke die Möglichkeiten

Breitscheid: Entdecke die Möglichkeiten

Junge Erwachsene können bei den Johannitern in Breitscheid ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Bei der Arbeit mit älteren und kranken Menschen können sie Berufswünsche ausloten und ihre Möglichkeiten prüfen.

Sie bringen lebenswichtige Blutkonserven in die Krankenhäuser. Sie kommen, wenn ältere Menschen zu Hause gestürzt sind und Hilfe brauchen. Aber auch Kranken- und Behindertentransporte werden von ihnen übernommen – den jungen Helfern von den Johannitern, die in Breitscheid ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Julia Bohm ist eine von ihnen. Von der Zentrale in Breitscheid aus fahren sie los, ihr Einzugsgebiet ist riesig. Von Ratingen aus geht die Fahrt oft bis Köln oder Bonn.

Bei den Johannitern weiß man genau, was man an den jungen Helfern hat. "Sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer Organisation", erklärt Ausbildungsleiterin Tanja von Speicher. Sie betreut die FSJler, wie die jungen Erwachsenen intern kurz genannt werden. Denen scheint die Arbeit wirklich Spaß zu machen, schließlich bleiben viele auch nach Ablauf des Jahrs als Ehrenamtler bei den Johannitern.

Doch warum schieben Jugendliche zwischen ihren Schulabschluss und Ausbildung oder Studium ein Freiwilliges Soziales Jahr? "Ich wollte einfach etwas Sinnvolles machen", sagt Julia Bohm. Bevor sie mit ihrem Studium beginnt, wollte sie mal eine Pause vom Lernen machen und etwas anderes kennenlernen. Ein Glück, denn nach ihren Erfahrungen bei den Johannitern hat sie ihren Berufswunsch geändert. "Ich werde Pharmazie studieren und nicht Bauingenieur werden, wie ursprünglich geplant."

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So wie ihr geht es vielen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. "Manche kommen mit festen Vorstellungen zu uns, andere schnuppern zum ersten Mal in den sozialen Bereich hinein", erklärt Tanja von Speicher. Die einen wissen danach ganz genau, dass sie unbedingt Medizin studieren wollen, auch wenn sie länger auf einen Studienplatz warten müssen. Viele Männer leisten ihr FSJ anstelle des Zivildienstes und wieder andere werden sogar direkt von den Johannitern übernommen und zum Rettungsassistenten ausgebildet.

Möglichkeiten gibt es bei den Johannitern viele. "Wer bei uns ein FSJ absolviert, erhält zuerst eine gründliche Ausbildung", so von Speicher. Dazu gehört ein vierwöchiger Lehrgang an der Johanniter-Akademie in Münster mit abschließender Prüfung. Im Anschluss folgt ein mindestens 80-stündiges Praktikum im Rettungswagen und danach ein vierwöchiges Praktikum im Krankenhaus. Erst danach geht es in die eigenständige Arbeit mit medizinischen Transporten, Hausnotruf und Krankentransporten.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr hat übrigens noch einen weiteren Vorteil. "Bei Arbeitgebern macht das einen sehr guten Eindruck", so von Speicher. "Das zeigt soziales Engagement."

(RP)