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Elternärger über Lolli-Tests an Grundschule in Heiligenhaus

Grundschule in Heiligenhaus : Verwirrung um Lolli-Tests – und die Folgen

Katharina Göbels ist Mutter einer Heiligenhauser Grundschülerin. In einer kleinen Chronik hat sie zusammengefasst, wie sie das Corona-Testverfahren zu Schuljahrsbeginn erlebte: als Hindernislauf mit Zeitverzögerungen.

Das neue Schuljahr ist eine Woche alt. Katharina Göbels schildert die sehr besonderen Umstände in Coronazeiten, die der Schulstart für sie und ihre Familie mit sich brachte. „Mir geht es nicht darum, irgendwelche Schuldigen zu suchen oder auf irgend jemanden mit dem Finger zu zeigen“, betont sie gegenüber unserer Redaktion. Allerdings möchte sie auf ihr Anliegen deshalb aufmerksam machen, „damit sich solche Zeitmuster möglichst nicht wiederholen.“ Für ihre Tochter habe der Schulstart zunächst bedeutet: drei Tage daheim bleiben. Wir protokollieren – gekürzt – die Chronik dieser Schultage im Wortlaut, wie Katharina Göbels sie aufgezeichnet hat.

Meine Tochter Lotta besucht die M8 der Grundschule St. Suitbertus. Sie hat am Mittwoch 18. August,   mit ihrer gesamten Klasse am PCR-Pooltest (=Sammeltest) teilgenommen, welcher am nächsten Morgen um 5.36 Uhr als positiv an die Eltern vermeldet wurde.

Donnerstag 19. August: Daraufhin gaben alle Eltern eine selbst genommene Einzelprobe für einen erneuten Einzel-PCR-Test an der Schule ab. Dies sollte bis 8 Uhr geschehen. Alle Kinder mussten an diesem Tag zu Hause bleiben. Laut Informationsschreiben des Labors sollte das Ergebnis innerhalb von 24 Stunden vorliegen.

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Freitag 20. August: Die Testergebnisse lagen leider nicht innerhalb von 24 Stunden vor, vielmehr wurden Eltern, die per Telefon beim Labor nachfragten, informiert, dass „etwas bei der Registrierung falsch gelaufen sei, weshalb alle neu manuell erfasst werden“ müssten. Letztendlich konnten alle Eltern gegen 19 Uhr das Ergebnis online abrufen, die vom Labor angekündigte E-Mail, dass die Ergebnisse verfügbar seien, erreichte mich um 19.45 Uhr.

Da alle Ergebnisse negativ ausgefallen waren, wurden wir von der Klassenlehrerin per E-Mail informiert, dass ein erneuter PCR-Test erforderlich sei, wobei der Abstrich durch ein Testzentrum in Ratingen erfolgen sollte. Das Gesundheitsamt würde sich am folgenden Samstagmorgen ab 10 Uhr mit uns in Verbindung setzen.

Samstag, 21. August:  Da dies bis 11.30 Uhr nicht erfolgt war und die Teststelle des Kreises Mettmann bereits um 13.30 Uhr  schließen würde, habe ich mich per Messenger an den Kreis Mettmann gewandt, wer mir kurzfristig weiterhelfen könne. Währenddessen erfuhr ich, dass eine Familie bereits auf eigene Faust zum vom Kreis Mettmann betriebenen Testzentrum in Ratingen gefahren war und bei seinem Kind einen Abstrich hatte vornehmen lassen. Daraufhin machte auch ich mich dorthin auf den Weg.

Als ich gerade vor Ort ankam, meldete sich das Gesundheitsamt aufgrund der Messenger Nachricht bei mir und wollte mir erklären, dass die Klasse erst am folgenden Tag kontaktiert und zum Test geschickt werden würde, was ich mit Hinweis auf die ohnehin bereits verstrichene Zeit vehement ablehnte. Die Mitarbeiterin des Gesundheitsamts beendete das Gespräch, weil sie keine Lösungsansätze sah, gab die Information aber an eine Kollegin weiter, die sich später bei mir meldete. Zunächst machte ich aber über einen Elternchat alle Eltern und Kinder mobil, nach Ratingen zu fahren, wo fast allen Kindern ein Abstrich entnommen wurde. Das Ergebnis sollte nach Aussage des Mitarbeiters vor Ort Sonntag nachmittags vorliegen. Ein Kind wurde an einer anderen Stelle PCR getestet.

Während ich mich auf dem Rückweg befand, erhielt ich einen erneuten Anruf aus dem Gesundheitsamt. Ich schilderte die bisher notierte Geschichte erneut, wobei schnell klar wurde, dass die Mitarbeiterin des Gesundheitsamts zwar wirklich sehr bemüht war, aber mit dem Ablauf der Pooltestverfahrens absolut nicht vertraut. Da sie eigene Kinder an weiterführenden Schulen hatte, kannte sie nur das Antigen-Schnelltestverfahren, bei dem die Kinder zweimal pro Woche in der Schule schnellgetestet werden. Des Weiteren schien sie von einer anderen Schule auszugehen, jedenfalls dachte sie, unsere Klasse werde nachgetestet, weil sich drei positive Proben im Pool befunden haben sollten. Sie wollte sich aber ebenfalls kümmern, den Prozess zu beschleunigen.

Sonntag 22. August: Ab 17.45 Uhr gehen die ersten negativen Befunde ein, um 18.53 Uhr  meldet sich die Mutter des positiv getesteten Kindes im Chat, zu diesem Zeitpunkt müsste also der Befund ebenfalls beim Gesundheitsamt eingegangen sein. Es stellte sich nun also die Frage, welche Kinder seitens des Gesundheitsamtes als Kontaktpersonen eingestuft würden, aber auch, wer die übrigen aus der Quarantäne entlassen könne.

Montag 23. August: Um 11.11 Uhr  erhielt ich auf Nachfrage bei der Mutter des infizierten Kindes die Information, dass das Gesundheitsamt sie kontaktiert habe. Nun wurden auch zeitnah die direkten Kontaktpersonen informiert und es folgte eine E-Mail der Schulleitung an die Kinder, die in Quarantäne verbleiben müssen sowie an alle, die diese nun verlassen und am 23. August  wieder die Schule besuchen dürfen.