Eine schlagkräftige Choreographie von sechs Händen

Konzert : Eine schlagkräftige Choreographie von sechs Händen

(RP) Schon beim ersten Blick auf das Podium des Konzertsaales in der Wasserburg war klar: Das wird ein spezieller Abend. Der Steinway war in den Hintergrund geschoben und stand dort schwarz und schweigend.

Davor war blitzend und blinkend alles versammelt, was Klang und Namen hat: Trommeln, Schalen, Becken, Marimba, Vibraphon, Klanghölzer.

Das Ensemble Repercussion von Simon Bernstein, Veith Kloethers und Rafael Sars wurde für seine innovativen, kreativen Konzepte und ihre perfekten Interpretationen mit dem renommierten Förderpreis des Landes NRW ausgezeichnet. Eigentlich in namhaften Orchestern tätig, begeistern diese Schlagzeuger im Ensemble mit ihrem einzigartigen Programm. In der Vielfalt des außergewöhnlichen Instrumentariums ging es dabei erwartungsgemäß lautstark zu, aber auch mit zartesten Tönen und Melodien.

Das Repertoire reicht von Bachs Französischer Suite, präzise dargeboten auf  Marimba und Vibraphon, bis hin zur leise klappernden „Music for Pieces of Wood“ von Minimal-Meister Steven Reich. Da tickten die Holzstäbe in verschiedenen Takten und doch in einem harmonischen Ganzen. In eine lyrische Sphäre führte Repercussion mit „Pari Intervallo“ von Arvo Pärt, ein Werk, bei dem der Komponist keine Instrumente vorgab und das mit einem Mallet-Trio sehr einfühlsam interpretiert wurde.

Nach der Pause erregte die „Tafelmusik“ von Thierry de Mey großes Aufsehen: Ein spektakuläres Klopfen, Hämmern und Zischen auf einer Tischplatte, mal mit der flachen Hand, der Faust oder den Fingerspitzen. Diese perfekte Choreographie von sechs Händen sorgte für viel Spaß im Publikum. Und dann führte eine akustische und optische Täuschung zu Irritation, bis offenkundig wurde, dass Veith Kloethers mit viel Witz und Selbstironie einen Schlagzeuger nur pantomimisch darstellte.

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