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Projekt : Eine neue Halle für die Ratinger Tafel

Projekt : Eine neue Halle für die Ratinger Tafel

Die Bauarbeiten starten. Wegen des Coronavirus wurde ein öffentlicher Termin abgesagt. Im Spätherbst soll das Ganze fertig sein.

Die Freude bei allen Beteiligten ist da. Trotz Corona-Krise ist es endlich soweit: Am Montag, 6. April, starten die Bauarbeiten für das Projekt „Ratinger Tafel“ auf der Grundstücksfläche Am Stadion. In enger Abstimmung mit dem Vorstand der Ratinger Tafel, dem Ratinger Architekturbüro „LückerBeckmannArchitekten“ und dem beauftragten Bauunternehmen Brüninghoff konnten die letzten Ausführungsdetails geklärt werden. Das Planum für den Hallenbau, also die bearbeitete Oberfläche des Bodens, hat die ortsansässige Firma Emil Dimmendaal fristgerecht fertiggestellt, nun kann es an die Herstellung der Fundamente gehen.

Ursprünglich hatte man geplant, die Grundsteinlegung als öffentlichen Termin mit allen am Projekt Beteiligten vorzunehmen. Neben den Gremien der Wogera und der Ratinger Tafel waren in die Planung, Finanzierung und Umsetzung des Bauvorhabens von Anfang an die Stadt Ratingen (vertreten durch den Bürgermeister Klaus Pesch und den Beigeordneten Harald Filip), die im Stadtrat vertretenen Parteien, das Architekturbüro „LückerBeckmannArchitekten“ und die Stadtwerke Ratingen eingebunden.

Eine öffentliche Grundsteinlegung wäre der geeignete Ort und Zeitpunkt für Ingrid Bauer als Vorsitzende der Ratinger Tafel und Volkmar Schnutenhaus (Geschäftsführender Vorstand der Wogera) gewesen, um das Projekt ausführlich vorzustellen und um Unterstützung bei der weiteren Umsetzung der Baumaßnahme und Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten zu werben.

Das Coronavius hat den Verantwortlichen aber einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Ein öffentlicher Termin mit einem größeren Personenkreis ist derzeit nicht zu verantworten. Daher muss dieser Termin zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden – sei es nun bei der Rohbaufertigstellung der Halle oder spätestens beim Einzug der Ratinger Tafel.

Die neuen Räumlichkeiten für die Ratinger Tafel werden auf einer rund 1.500 m² großen Grundstücksfläche im Bereich der Fußgängerbrücke über die Westbahnstrecke errichtet. Die Objektbezeichnung lautet: Am Stadion 1. Die spätere Nutzfläche für die Lagerung und Lebensmittelausgabe wird bei rund 490 m² liegen. Im Außenbereich werden elf Pkw-Stellplätze – auch barrierefreie – sowie zwischen 20 bis 30 Fahrradstellplätze errichtet. Hinsichtlich der Stromversorgung für den Neubau wollen sich die Stadtwerke Ratingen mit einer Photovoltaikanlage engagieren. So könnte die Ratinger Tafel einen erheblichen Teil der laufenden Betriebskosten einsparen. Bei vorsichtig optimistischer Einschätzung könnte die Fertigstellung bis zum Spätherbst 2020 realisierbar sein. Die Baukosten werden sich auf rund eine Million Euro belaufen.

Und es steht ein weiteres Projekt an: Die Wogera und die Stadt schlagen mit einem ambitionierten Vorhaben in Tiefenbroch zwei Fliegen mit einer Klappe. Die Wogera erneuert ihren Wohnungsbestand Am Feldkothen 5 bis 15 und am Alten Kirchweg 43 bis 51 und baut gleichzeitig einen neuen Kindergarten. Zurzeit stehen auf dem 4.600 Quadratmeter großen Grundstück fünf Gebäudekomplexe mit insgesamt 22 Wohnungen – allesamt entstanden in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Diese Wohnungen sind nicht mehr zeitgemäß. Ein entsprechender Umbau mit den erforderlichen Grundanpassungen sowie einer energetischen Modernisierung seien weder technisch noch wirtschaftlich darstellbar, so die Wogera.

Konkret bedeutet dies: In dem Neubau entstehen 26 moderne Wohnungen. Vorgesehen ist ein Mix aus kleinen und aus familiengerechten Wohnungen jeweils in barrierefreier Bauweise für alle Altersgruppen. Die Kita wird als Einrichtung mit vier Gruppen gebaut.

Der Bedarf an Kita-Plätzen sei generell sehr hoch, betonte Erster Beigeordneter Rolf Steuwe, für den Neubau sind 64 Ü 3-Plätze und 16 U 3-Plätze vorgesehen. Für jede Gruppe stehen rund 300 Quadratmeter Außenfläche zur Verfügung. Technischer Beigeordneter Jochen Kral bewertete die Planungen mit Kita und Wohnungen als klares Bekenntnis zum Stadtteil Tiefenbroich. Aus seiner Sicht passt die Gebäudearchitektur sehr gut zu diesem Standort. Pesch betonte, dass man mit Blick auf den Bedarf an Kita-Plätzen immer wieder aktuelle Zahlen abfragen und auch Prognosen aufstellen müsse, um die Politik auf dem Laufenden zu halten. Möglicherweise könnte in Tiefenbroich noch einmal nachjustiert werden. Ausschließen will man das nicht.

Und es gibt noch ein drittes Bauprojekt: Auf dem Grundstück Hans-Böckler-Straße/Gartenstraße ist die Errichtung von drei Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage und 38 barrierefreien Mietwohnungen vorgesehen, die den Mitgliedern der Genossenschaft überlassen werden sollen.