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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt: Ein zweites Stadttor wird es nicht geben

Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt : Ein zweites Stadttor wird es nicht geben

Jochen Kral ist der Chefplaner der Stadt: Nach dem Abriss des alten Hertie-Hauses muss er sehr behutsam mit dem neuen großen Bauprojekt umgehen.

Noch gibt es an dieser Stelle einen groben Klotz aus längst vergangenen Zeiten. Manche sprechen angesichts der speziellen Bauart von Brutalismus, einem Architekturstil der Moderne.

Fakt ist jedenfalls: Die Stadt will sich von diesem Koloss an der Ecke Düsseldorfer Straße/Wallstraße verabschieden und diesen Bereich neu gestalten.

Jochen Kral, der Technische Beigeordnete und oberste Planer, betont, dass man behutsam und sensibel mit diesem Areal umgehen will. Botschaft: Ein zweites Stadttor wird es nicht geben. Die Erst-Ausgabe steht an der Ecke Bechemer Straße/Wallstraße. Kral findet diesen Bau zeitgemäß und passend. An der Düsseldorfer Straße, am Fuße der Altstadt, schweben ihm freilich andere Dinge vor. Es gehe darum, eine Verbindung zur historischen Innenstadt herzustellen. Kral will dort aber auch Kaufanreize schaffen und großflächigen Handel ermöglichen - ein schwieriger Spagat, der aber machbar sein sollte.

Die gestalterische Anbindung zum Düsseldorfer Platz, der komplett umgebaut wurde, spielt aus seiner Sicht nur eine untergeordnete Rolle. Früher war sogar davon die Rede, eine Art Arkaden-Lösung zu schaffen. Doch davon hält Kral nicht viel.

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Rückblick: Der Rat der Stadt hatte fast einstimmig beschlossen, Bürgermeister Klaus Pesch 4,4 Millionen Euro für den Kauf der heruntergekommenen Immobilie zur Verfügung zu stellen.

In nicht-öffentlicher Sitzung wurden danach bereits die ersten Ideen diskutiert. Nachdem Vermarktungsversuche der maroden Betonbude immer wieder erfolglos geblieben sind, lief es letztlich auf den Abriss hinaus.

Nun hat die Stadt das Heft des Handelns in der Hand. Ein taktisch kluger Schritt. Möglicherweise, so Kral, werde sich bereits im Frühjahr Entscheidendes ergeben. Man darf auf jeden Fall gespannt sein: Dieses Projekt gehört zu den wichtigsten Maßnahmen für eine attraktivere Innenstadt.

norbert.kleeberg@rheinische-post.de

(RP)