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Ein Stück Stadtgeschichte in der Abtsküche

Heimatkundliche Sammlung : Ein Stück Stadtgeschichte in der Abtsküche

Der Geschichtsverein feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Herzstück ist die Heimatkundliche Sammlung.

Der Sparkassendirektor Wilhelm Mallock gründete am Dienstag, 16. Juni 1970, den Heiligenhauser Geschichtsverein mit damals 16 Mitgliedern. Er wird sechs Jahre lang Vorsitzender bleiben und den Grundstein für einen Verein legen, der das Stadtbild auf seine eigene Weise bis heute prägen wird.

Bis heute ist es vor allem die Heimatforschung, die den Verein prägt und vieles Wissenswertes über das ehemalige Straßendorf zusammen getragen hat.

Neben der regelmäßig erscheinenden Broschüre „Cis Hilinciweg“ gehören aber auch zum Beispiel Exkursionen zum Vereinsalltag. So führten die letzten Reisen in die Kalkwerke Oetelshofen und den Zeittunnel Wülfrath oder auch in die Bauhausstadt Krefeld.

Seine Heimat allerdings hat der Verein in der Abtsküche, wo er in dem alten Schulgebäude (Baujahr 1783) die „Heimatkundliche Sammlung“ eingerichtet hat. Wie der Geschichtsverein zu dieser Heimat kam, das hat Hans Thiemann 1986, ein Jahr nach dem 15-jährigen Bestehen, zusammengefasst.

So schreibt er, dass die Heimatkundliche Sammlung auf der privaten Sammlung Dr. Füngling, der damals Miteigentümer des Hofes Abtsküche war, und seiner Nichte Dr. Ria Füngling beruht. Sie hatten bis 1973 eine Sammlung historischer Gegenstände aus dem heimatlichen Raum in der Eingangsdiele des Hofes der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach dem Verkauf des Gebäudes an die Stadt verblieb die Sammlung erst einmal dort. „Als man später feststellte, dass einzelne Gegenstände abhanden gekommen waren, wurde die Sammlung in der alten Abtskücher Schule sicher gestellt.

Mit Haushalts- und landwirtschaftlichen Geräten sowie Kartenreproduktionen erfüllte sich der Wunsch nach einer Heimatkundlichen Sammlung – verbunden mit der Verpflichtung, „mehr daraus zu machen“.

Im stillen Einvernehmen mit Stadt und Rat blieb der Geschichtsverein, musste aber 1979 aufgrund möglicher anderer Pläne mit dem Haus um diese Heimat bangen. Der damalige Vorsitzende Beder konnte aber mit einem ausführlichen Schreiben und der Präsentation der Ausstellung überzeugen.

Der damalige Vorsitzende des Kulturausschusses Kumm befand sie für förderungswürdig, und so schlossen der damalige Vorstand und die Stadt Heiligenhaus einen offiziellen Vertrag über 200,79 Quadratmeter sowie einen Mansardenraum mit 14,39 Quadratmetern.

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits über 100 Reproduktionen alter Häuser sowie Ölbilder aus dem Nachlass von Hans Küpper angebracht  worden. Es wuchs weiterhin eine Bücherei, in der auch die Forschungsarbeit von mehr als 30 gut gefüllten Aktenordnern des zu der Zeit schon verstorbenen Vereinsgründer Mallock untergebracht war. Thiemann betonte 1986: „In letzter Zeit gewinnt die Sammlung durch die tatkräftigen Bemühungen von Reinhard Schneider an besonderer Bedeutung, vor allem durch Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen.“

Für Schneider fing damals alles mit der Bitte an, einen Nagel in die Museumswand zu schlagen. Schneiders Einsatz als Kustos des Museums ist bis heute geblieben, dazu gekommen ist ein Anbau, der mehr Platz für Sonderausstellungen jeglicher Art schafft – wie beispielsweise derzeit die Schlümpfe-Schau.

Damit erfüllte sich letztlich auch Thiemanns Wunsch, das Interesse der Einwohner zu erhalten und zu fördern.