Ein irischer Abend mit Whiskey-Ausschank im Museum Abtsküche

Heiligenhaus : Ein irischer Abend mit Whiskey-Ausschank

Martin Hutchinson gab im Museum Abtsküche ein Konzert und der Club „Fine Oaks“ brachte seine edlen Tropfen mit.

Er nahm seine Gitarre und legte gleich los an einem Ort, der im vertraut sein dürfte. Schon zum fünften Mal war Martin Hutchinson im Museum Abtsküche zu Gast und unter den mehr als 50 Zuhörern dürften wohl einige gewesen sein, denen er die Geschichten rings um seine Songs eigentlich gar nicht mehr hätte erzählen müssen. Wäre da nicht dieser wunderbare „Irish Slang“, den man so gerne von denen hört, die von der grünen Insel hier gestrandet sind. Obwohl es bei Martin Hutchinson schon ein paar Jahre her ist, als er noch am Hafen stand, um seiner holländischen Frau hinterherzuwinken. Irgendwann genügte die Winkerei nicht mehr, der Musiker zog nach Holland – und von dort ist es nun so nah bis nach Heiligenhaus, dass er immer wieder kommt.

Derweilen scheint sich hier regelmäßig eine Fangemeinde zusammenzufinden, so dass es ziemlich eng wurde inmitten von liebevoll arrangierten Museumsstücken. Und weil es vom irischen Songwriter bis zum irischen Whiskey manchmal nur ein kurzer Weg ist, hatte sich auch der Heiligenhauser Whiskey Club angekündigt.

„Fine Oaks“ hat sich die Truppe genannt – was damals naheliegend war, weil irgendwer gerade eine Flasche der gleichnamigen Sorte in den Händen hielt. Mehr als zehn Jahre ist das jetzt her und inmitten irischer Balladen ließ es sich nun wunderbar plaudern über den edlen Tropfen. Wobei es ganz gut war, dass Martin Hutchinson nicht mithörte, als über die irische Variante gesprochen wurde. „Damit fangen wir beim Clubabend an. Das ist eher ein Frühstückswhiskey“, gab Frank Wurth einen Einblick ins feuchtfröhliche Clubleben. Frühstückswhiskey? Ist das so eine Art billiger Fusel, den man sich schon morgens runter kippt? „Nein, keineswegs. Er ist nur so milde, dass man ihn gleich nach dem Aufstehen trinken kann“, stellt der Experte klar.

Während Hutchinson gerade seit erstes Set auf der Bühne zu ende gespielt hatte, drängten sich Fragen über Fragen auf. Wie sieht so ein Clubabend bei den „Fine Oakes“ aus? Kommt man danach noch unbeschadet zuhause an? Die „Fine Oakes“ haben Humor, man durfte sie so etwas fragen. Und dann gab´s die erhofften Einblicke: Sieben Leute, sieben Flaschen Whiskey und am Ende sind keineswegs alle Flaschen leer. Der eine wohnt in der Nähe, ein anderer nimmt das Taxi nach Wülfrath und der Rest wird abgeholt. Man trifft sich zwei Mal im Jahr, immer an diesem gemütlichen Stammtisch im Museum. Dort soll nach dem Konzert des öfteren auch schon Hutchinson gestrandet sein.

Getrunken wurde an diesem Abend übrigens auch, um von den Einnahmen die Gage für den Künstler zu bezahlen. Bleibt zu hoffen, dass am Ende eines irisch-melancholischen Abends alle Flaschen leer waren.

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