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Ratingen: Ein Fest für Gitarren

Ratingen : Ein Fest für Gitarren

Vom 14. bis 21. Oktober gibt es erstmals "Internationale Gitarrentage" in Ratingen. Initiiert hat sie der venezolanische Gitarrist Nirse González, der seit acht Jahren in der Stadt lebt. Es gibt viel zu hören und zu sehen.

Als Solist und mit Kammermusikbesetzung spielte und spielt Nirse González bei Festivals in Europa, Südamerika, Afrika und dem Nahen Osten, und immer wieder auch in Ratingen. Zuletzt begeisterte er auf Einladung des Ratinger Kammerchors beim Konzert "Música Española" in der Pfarrkirche St. Bartholomäus in Hösel, erntete stürmischen Applaus für feinfühlig dargebotene Solostücke von spanischen und südamerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Spätestens seit diesem Echo weiß Nirse González, dass es für seine Kunst auch in Ratingen und Umgebung ein Publikum gibt — und lässt nun seine schon vor langer Zeit entstandene Idee, Gitarrentage in seiner Wahlheimat zu veranstalten, Wirklichkeit werden. Seine Mission: Die klassische Gitarre, ihre Facetten und ihr Potenzial hierzulande bekannter und auf moderne Kompositionen aufmerksam machen.

Sponsor Kirchengemeinde

Erster Sponsor des zarten Pflänzchens "Internationale Gitarrentage Ratingen", die es auch im kommenden Jahr wieder geben soll, ist die evangelische Kirchengemeinde, die dem Musiker Räume zur Verfügung stellt — kostenlos. Zum Beispiel die Stadtkirche auf der Lintorfer Straße, in der es zum Auftakt am 14. Oktober um 18 Uhr ein Solokonzert von Nirse González geben wird, mit einem Programm von Johann Sebastian Bach über Astor Piazolla bis Alberto Ginastera. Eintritt: 15, ermäßigt zehn Euro.

Herzstück der Gitarrentage ist ein von González geleiteter Meisterkursus für Studenten und Profi-Gitarristen am 18. und 19. Oktober ab 10 Uhr im evangelischen Familienbildungswerk auf der Turmstraße. Teilnehmen werden Musiker aus Deutschland und den Niederlanden, meist Studenten, die Unterricht bei González angefragt haben, aber auch ein noch ganz junger Ratinger Schüler, von dessen Talent González begeistert ist. Themen des Kurses sind Technik und Klang und die verschiedenen musikalischen Stile von der Renaissance bis in die Gegenwart. Wer mag, kann den Kursus passiv, das heißt als Zuhörer begleiten (Tagespreis 20 Euro). Zum Abschluss stellen sich dann alle aktiven Kursteilnehmer am 21. Oktober um 18 Uhr mit einem Konzert in der Stadtkirche vor (Eintritt frei).

Eine Gitarrenbauerin aus Berlin begleitet die Veranstaltung vom 17. bis 20. Oktober im Familienbildungswerk mit einer Ausstellung, die einen Eindruck geben will von der sorgfältigen Handarbeit, die einer Konzertgitarre, die im Idealfall wie ein Cembalo klingen kann, zugrunde liegt. Angela Waltner baut lediglich sieben Instrumente pro Jahr, arbeitet auch für Nirse González. Am 18. Oktober stellt sie ihr anspruchsvolles Handwerk um 12 Uhr mit dem Vortrag vor, anschließend können von ihr gefertigte Instrumente ausprobiert werden.

Sind die Gitarrentage nur etwas für Profis? "Überhaupt nicht", sagt González. Seine Begeisterung für die klassische Gitarre will er auch jenen vermitteln, die selbst kein Instrument spielen.

(RP/rl)